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Veränderungen am Penis

6 min Lesezeit • Von Prof. Dr. med. Frank Sommer • Medizinische Prüfung: Prof. Dr. med. Frank Sommer • Aktualisiert am 19. Apr. 2026

Kurz zusammengefasst

Viele Männer bemerken im Laufe des Lebens Veränderungen am Penis, die sowohl das Aussehen als auch die Funktion betreffen. Häufige Ursachen sind ein sinkender Testosteronspiegel, eine schlechtere Durchblutung oder auch Gewichtszunahme, wodurch der Penis kleiner wirken kann.

Ab dem 35. Lebensjahr nimmt der Testosteronwert im Blut des Mannes normalerweise ab. Dies ist ein ganz normaler physiologischer Vorgang im Alterungsprozess. Die Veränderung kann auch das Genital betreffen. Testosteron, das Königshormon des Mannes, ist für das optische Erscheinungsbild und die Funktionalität des Penis (Schwellkörper) wesentlich. Aber auch andere gesundheitliche Strukturen – etwa Diabetes oder Herzerkrankungen – können dazu führen, dass Blutgefäße, die für die Zufuhr des Blutes in den Penis zuständig sind, negativ beeinflusst werden.

Ein sinkender Testosteronlevel und ein reduzierter Blutzufluss können zur Folge haben, dass der Penis allmählich an Volumen verliert, also kleiner wird. Das liegt daran, dass „gutes“ funktionelles Gewebe im Penis abgebaut und „schlechtes“ Bindegewebe eingebaut wird. Außerdem kann es vorkommen, dass der Penis seine Farbe verändert. Wenn weniger Blut zum Penis fließt, kann dieser leicht pink aussehen.

Ursachen

Warum verändert sich der Penis im Alter?

Die Veränderungen des Penis im Alter haben mehrere Ursachen, die oft zusammenwirken:

  • Sinkender Testosteronspiegel: Ab dem 35. Lebensjahr nimmt der Testosteronwert im Blut des Mannes normalerweise ab. Testosteron, das Königshormon des Mannes, ist für das optische Erscheinungsbild und die Funktionalität des Penis wesentlich. Weniger Testosteron bedeutet weniger Libido, weniger Erektionen und langfristig auch weniger Penisvolumen.
  • Gewebeveränderungen: Mit dem Alter wandelt sich immer mehr funktionelles Gewebe im Penis zu Bindegewebe um. Dieses ist weniger elastisch und kann sich bei einer Erektion nicht mehr so gut mit Blut füllen. Der Schwellkörper verliert wichtige elastische Fasern.
  • Schlechtere Durchblutung: Arteriosklerose, also die Verhärtung und Verengung der Arterien, ist eine verbreitete Gefäßerkrankung im Alter. Beim Penis führt das dazu, dass bei Erregung weniger Blut in den Schwellkörper gelangt. Der Penis erreicht nicht mehr sein eigentliches Volumen.
  • Weniger Erektionen: Jede Erektion ist ein Training für die Elastizität der Schwellkörper. Mit sinkendem Testosteronspiegel lässt auch die Lust auf Sex und Selbstbefriedigung nach. Durch den mangelnden Gebrauch wird der Penis kleiner, da der Körper das, was er nicht mehr braucht, zurückbildet.
  • Übergewicht: Wird das Bauchfett mehr, versteckt sich der Penisschaft unter der Fettgewebsschwulst. In Fachkreisen nennt man das einen "Buried Penis" oder vergrabenen Penis. Der Penis ist faktisch gleich groß, erscheint aber optisch kleiner.

Was verursacht einen „versteckten“ Penis?

Wenn ein Mann einen sogenannten „versteckten“ oder „vergrabenen“ Penis (Concealed bzw. inconspicous penis) hat, ist die Basis des Schafts häufig von der Hodensackhaut (Skrotalhaut) und teilweise von der Bauch-oder Oberschenkelhaut verdeckt. Der Penis hat normalerweise eine normale Größe, optisch erkennbar ist jedoch nur die Spitze.

Ein „vergrabener“ Penis kann angeboren sein. Manchmal tritt er aber auch erst im Erwachsenenalter auf. Ursächlich dafür können Fettleibigkeit, der physiologische Alterungsprozess oder lokale entzündliche Prozesse sein. Ein genitales Lymphödem wiederum kann dazu führen, dass es zu einer großen Flüssigkeitsansammlung unter der Haut am Genital kommt und der Penis daher verborgen ist.

Betroffene haben häufig Schwierigkeiten mit dem Geschlechtsverkehr. Manchmal ist es für gar nicht möglich, Sex zu haben. Dazu kommt, dass sie sich oftmals in ihrem Selbstwertgefühl eingeschränkt fühlen. Zusätzlich haben betroffene Männer häufig Probleme beim Wasserlösen, da sie ihren Penis dabei nicht adäquat halten können. Und schließlich kann die Hygiene zu kurz kommen. Denn es ist schwierig, das Areal sauber und trocken zu halten. Dies kann zu bakteriellen Infektionen führen. Wenn Mann sehr adipös ist, hilft eine Gewichtsreduktion.

Symptome

Welche körperlichen Veränderungen treten auf?

  • Größenverlust: Der Penis verliert im Laufe des Lebens etwa 1 bis 2 Zentimeter an Länge und 0,5 bis 1 Zentimeter an Umfang. Bei Männern in den 60ern bis 70ern ist der Verlust am deutlichsten.
  • Farbveränderung: Wenn weniger Blut zum Penis fließt, kann dieser seine Farbe verändern. Vor allem die Eichel erscheint dann unter Umständen blass, pink, lila oder bläulich.
  • Erschlaffter Hodensack: Weil das Bindegewebe insgesamt erschlafft, hängt auch der Hodensack bei Männern im Alter tiefer. Einige Männer stellen auch fest, dass das Volumen der Hoden abnimmt.
  • Weniger Schambehaarung: Ein sinkender Testosteronspiegel führt im Intimbereich zu einem Rückgang der Schambehaarung. Das Schamhaar wird lichter und heller.
  • Peniskrümmung: Manche Männer bemerken, dass ihr Penis bei der Erektion eine Kurve entwickelt. Dies erfolgt zumeist auf Grundlage einer Penisverkrümmung (Induratio penis plastica, kurz IPP). Dabei bildet sich aufgrund einer Entzündung Narbengewebe im Schwellkörper, das weniger dehnfähig ist. Eine IPP kann zu Schmerzen führen und den Geschlechtsverkehr erschweren.

Welche sexuellen Veränderungen treten auf?

Häufig stellen älter werdende Männer fest, dass es auch in der Sexualität zu Veränderungen kommt:

  • Längere Erregungszeit: Es kann sein, dass Männer mehr Zeit und mehr Stimulation benötigen, um erregt zu werden und eine Erektion zu bekommen.
  • Schwächere Erektionen: Die Erektion wird nicht mehr so hart wie früher und lässt sich nicht mehr so lange aufrechterhalten. Die Blutgefäße im Penis verlieren an Elastizität und können das Blut nicht mehr so effektiv halten.
  • Verzögerter Orgasmus: Auch die Ejakulation kann länger dauern. Für viele Paare ist die mehr benötigte Zeit allerdings kein Problem.
  • Erektile Dysfunktion: Mit zunehmendem Alter tritt die Erektile Dysfunktion häufiger auf, insbesondere wenn der Mann auch noch Diabetes oder Herzerkrankungen hat. Die gute Nachricht: Erektile Dysfunktionen können gut therapiert werden.

Diagnose

Welche Untersuchungen sollte ich durchführen lassen?

Ein Ultraschall (Sonographie) ist ein bildgebendes Verfahren zur medizinischen Untersuchung, die keinerlei Schmerzen verursacht. Dabei werden Bilder gemacht, die dem Arzt einen Eindruck davon ermöglichen, wie das organische Gewebe und seine Strukturen aussehen.

Ein Ultraschall vom Penis kann durchgeführt werden, um zum Beispiel Erkrankungen des Penis zu untersuchen – etwa eine Erektile Dysfunktion (ED) oder eine plaque-artige Veränderung des Penis (wie bei der IPP). Auch bei einer Fibrosierung von Gewebsstrukturen, der Entwicklung von Knoten oder bösartiger Tumore kann ein Ultraschall für die Diagnose von großem Nutzen sein.

Männer mit einer erektilen Dysfunktion sollten mittels einer farbcodierten Doppler-Duplex-Sonographie untersucht werden. Damit lässt sich erkennen, wie das Blut in die Organe hineinfließt. Der Dopplereffekt zeigt im Gegensatz zum gewöhnlichen Ultraschall neben den Organstrukturen auch die Blutströmung innerhalb der Gefäße an: Strömende Flüssigkeiten werfen die Schallwellen so zurück, dass sich die Frequenz der Ultraschallwellen ändert. So lässt sich erkennen, ob Organschädigungen vorliegen.

Um den Penis zu untersuchen, wird in der Regel ein Medikament in den Penis gegeben. Dieses führt dazu, dass die Arterien sich erweitern und damit ein erhöhter Blutfluss zustande kommt. Danach wird der gesamte Penis mit Ultraschall untersucht und somit in Bildern dargestellt. Bei der farbcodierten Doppler-Duplex-Sonographie erhält man farbige Bilder, die auch akustische Signale ermöglichen.

Vorbeugung

Was kann ich gegen den Alterungsprozess des Penis tun?

Die gute Nachricht: Mann kann aktiv etwas gegen den altersbedingten Penisverlust tun. Wie viel der Penis im Alter schrumpft, ist immer auch eine individuelle Entwicklung und hängt stark vom Lebensstil ab.

  • Regelmäßige Erektionen: Jede Erektion ist ein Schwellkörper-Elastizitäts-Training. Wer nachts noch mit einem kräftigen Ständer aufwacht oder ein reges Sexualleben führt, bei dem wird sich der Penis im Alter kaum verkürzen. Ob sexueller Verkehr oder Masturbation: Die Erektion sorgt dafür, dass das Gewebe elastisch bleibt und gut durchblutet wird.
  • Regelmäßiger Sport: Körperliche Betätigung treibt die Testosteronproduktion an und verbrennt überschüssiges Körperfett. Besonders effektiv sind kurze, aber intensive Trainingseinheiten sowie Intervalltraining.
  • Beckenbodentraining: Spezifisches Beckenbodentraining kann die Blutzirkulation im Penis stimulieren und gleichzeitig die Beckenbodenmuskulatur stärken. Dies hat einen positiven Einfluss auf die Erektionsfähigkeit.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Gefäßgesundheit und hilft, Übergewicht zu vermeiden.
  • Nicht rauchen: Rauchen schädigt die Blutgefäße und verschlechtert die Durchblutung des Penis erheblich.
  • Alkohol reduzieren: Übermäßiger Alkoholkonsum senkt den Testosteronspiegel und beeinträchtigt die Erektionsfähigkeit.

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