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Verzögerter Samenerguss

3 min Lesezeit Von Prof. Dr. med. Frank Sommer Medizinische Prüfung: Prof. Dr. med. Frank Sommer Aktualisiert am 19. Apr. 2026

Kurz zusammengefasst

Der verzögerte Samenerguss ist eine seltene Sexualstörung, bei der der Mann sehr lange braucht, um zum Höhepunkt zu kommen. Ursachen sind psychologische Faktoren, neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Diabetes sowie bestimmte Medikamente. Je nach Ursache sind Vibrostimulation, Masturbationsübungen oder psychotherapeutische Behandlung erfolgversprechend.

Überblick

Was ist ein verzögerter Samenerguss?

Beim verzögerten Samenerguss braucht der Mann sehr lange, um zum Höhepunkt zu kommen. Dies wird häufig sowohl vom Mann als auch seiner Partnerin als quälend und mühsam empfunden. Eine eindeutige Definition ist schwierig, denn ob eine Störung vorliegt, hängt auch vom persönlichen Leidensdruck des Patienten ab und davon, was dieser als normal empfindet. Männer, die unter verzögertem Samenerguss leiden, sind im Schnitt deutlich weniger sexuell aktiv als Männer ohne diese Störung. Sie können zwar eine normale bis verlängerte Erektion halten, ihre subjektiv wahrgenommene Erregung ist jedoch deutlich niedriger.

Ursachen

Was verursacht einen verzögerten Samenerguss?

Beim verzögerten Samenergusses wird zwischen psychologischen, körperlichen und medikamentös bedingten Ursachen unterschieden.

Zu den häufigen Ursachen des verzögerten Orgasmus zählen psychologische Faktoren wie zum Beispiel:

  • Beziehungsprobleme
  • sexuelle Unzufriedenheit
  • Angst, den Erwartungen der Partnerin nicht gerecht zu werden
  • Unzufriedenheit mit dem Erscheinungsbild des eigenen Körpers
  • starke Religiösität
  • ungewöhnliche Masturbationstechniken (so dass diese Männer mehr Freude in der Autoerotik als in der partnerschaftlichen Sexualität finden)
  • starke Diskrepanz zwischen sexueller Fantasie und Realität

Gleichzeitig können bestimmte Medikamente wie Antidepressiva ursächlich oder auch verstärkend für eine verzögerte Ejakulation sein.

Zum anderen können natürlich Krankheitsbilder, die das Nervensystem beeinträchtigen, die Ejakulation verzögern. Hierunter fallen beispielsweise

  • Rückenmarksverletzung
  • Multiple Sklerose
  • Zuckerkrankheit
  • Operationen der Beckenregion

Weitere körperliche Faktoren sind eine herabgesetzte Empfindlichkeit des Penis und individuelle Unterschiede in der Reizschwelle, die für einen Orgasmus überschritten werden muss.

Diagnose

Wie wird ein verzögerter Samenerguss diagnostiziert?

Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie ist vor allem eine genaue Diagnose, bei der neben verschiedenen Untersuchungen auch die Krankenvorgeschichte, die Medikamenteneinnahme und eine Aufnahme der Symptomatik zu erfolgen hat. Daher ist es bei diesen Symptomen unablässig, dass zur Diagnose Biothesiometrien durchgeführt werden, um die Nerven-Tätigkeit festzustellen.

Behandlung

Wie wird ein verzögerter Samenerguss behandelt?

Sofern körperliche Erkrankungen ursächlich sind, ist vor allem die Behandlung der Grunderkrankung oder eine Veränderung der Medikation erfolgversprechend.

Zudem gibt es weitere Therapieoptionen, wie die sog. perkutane penile Vibrostimulation, die auch als Vibrationsstimulation bekannt ist. Dies ist ein Apparat, der den Patienten verschrieben wird und so ähnlich funktioniert wie eine Vibrationsplatte im Fitnesscenter. Durch die Vibration mit einer speziellen Intensität kommt es zum „Training“ der Nerven, was häufig dazu führt, dass der Mann sensibler wird und dadurch schneller kommen kann. Alternativ gibt es verschiedene Masturbationsübungen, die einen ähnlichen Effekt erzielen.

Wenn die Ursache im psychologischen Bereich liegt, sind vor allem ein gezieltes Coaching, Mental-Training oder eine psychotherapeutische Behandlung erfolgversprechend.