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Intimpflege für Männer

4 min Lesezeit • Von Prof. Dr. med. Frank Sommer • Medizinische Prüfung: Prof. Dr. med. Frank Sommer • Aktualisiert am 14. Apr. 2026

Kurz zusammengefasst

Die Intimpflege kann Gerüchen vorbeugen und vor Infektionen schützen. Für viele Männer gehört die Intimrasur zur Körperpflege. Um an der empfindlichen Haut Irritationen und Rasurbrand zu verhindern, sollte die richtige Technik verwendet werden.

Übersicht

Was gehört zur männlichen Intimpflege?

Mit der richtigen Reinigung und Pflege bleibt der männliche Genitalbereich gesund und geruchsneutral.

Penis, Hodensack und After sollten regelmäßig – mindestens einmal pro Tag – mit warmem Wasser gewaschen werden. Nach dem Sport oder bei starker Schweißbildung ist ein zweiter Durchgang empfehlenswert. Auf aggressive Seifen oder Duschgels ist möglichst zu verzichten, da diese die empfindliche Haut im Genitalbereich reizen und Kontaktallergien auslösen können.

Besondere Vorsicht ist bei der Reinigung der Stellen unter der Vorhaut geboten. Bei beschnittenen Männern entfällt dieser Schritt natürlich. Für alle anderen gilt: Die Vorhaut sanft zurückschieben und gründlich reinigen. Ist dies nicht schmerzfrei möglich, liegt wahrscheinlich eine Vorhautverengung vor. Dann sollte der Arzt aufgesucht werden!

Reinigung

Wie reinige ich den Penis richtig?

Die Vorhaut ist der Teil der Haut am Penis, die in der Regel die Penisspitze bedeckt. Männer, die nicht zirkumzidiert sind (die also noch ihre Vorhaut haben), sollten ihren Penis jeden Tag mit warmem Wasser waschen. Dabei die Vorhaut vorsichtig zurückziehen und die Penisspitze (Glans penis) ordentlich abwaschen – die Innenseite der Vorhaut nicht vergessen! Danach kann die Vorhaut wieder in ihre Originalposition zurückgeführt werden. Zusätzlich sollten natürlich auch der Rest des Penis und der Hodensack (Skrotum) gereinigt werden. Seife, Talkumpuder oder Deodorant sind hierfür ungeeignet: Sie können Irritationen und Entzündungen hervorrufen.

Was ist Smegma und wie entfernt man es?

Männer sollten auch darauf achten, dass sich kein Smegma unter der Vorhaut bildet. Smegma ist eine Substanz, die für die Lubrikation des Gewebes unterhalb der Vorhaut zuständig ist. Wenn sich zu viel davon bildet, kann das zu einem unangenehmen Geruch und in manchen Fällen sogar dazu führen, dass es schwierig wird, die Vorhaut zurückzuziehen. Zu viel Smegma bietet Bakterien eine Grundlage, um sich zu vermehren. Das wiederum kann ebenfalls zu Infektionen führen. Tipp: Mit einer guten Hygiene lässt sich die Ansammlung von zu viel Smegma verhindern.

Wichtig! Bei Babys oder kleinen Kindern verhält sich die Situation anders. Ihre Vorhaut kann noch mit dem Penis verklebt sein und sollte daher nicht für eine Reinigung mit Gewalt zurückgezogen werden.

Intimrasur

Was sollten Sie bei der Intimrasur beachten?

Wildwuchs? Nein danke! Immer mehr Frauen und mittlerweile auch immer mehr Männer entscheiden sich für eine Enthaarung im Schambereich. Ob hygienische Befindlichkeiten, sexuelle Vorlieben oder der eigene Sinn für Ästhetik: Die Gründe dafür sind vielfältig.

Den Kahlschlag im Intimbereich gibt es übrigens schon seit Jahrhunderten: Im Mittelalter beispielsweise war er eine bewährte Methode im Kampf gegen Läuse.

Um die Härchen loszuwerden bzw. in Form zu bringen, kommen Rasierer, aber z.B. auch Epilierer, Laser, Cremes oder Wachs zum Einsatz. Die verschiedenen Methoden haben Vorteile, aber auch Nachteile und teilweise unangenehme Nebenwirkungen.

  • Nassrasierer und Rasierschaum sind effektiv, können aber Schnittverletzungen nach sich ziehen, die teilweise schwierig zu behandeln sind. Daher immer frische Klingen benutzen! Die Rasur sollte in Wachstumsrichtung der Haare erfolgen.
  • Enthaarungscremes und Epilierer können Reizungen und Allergien auslösen.
  • Ein paar Tage nach der Haarentfernung treten teilweise kleine Pickelchen, Blasen, Hautreizungen und Hautrötungen auf. Durch Cremen gleich nach der Enthaarungsprozedur lässt sich deren Auftreten teilweise reduzieren. Mit einem regelmäßigen Peeling ist es möglich, jene zu Hautschüppchen entfernen, die sich auf die Haaraustrittsstellen setzen. Das hilft gegen das schmerzhafte Einwachsen der Haare.
  • Eine kurzfristig veränderte bakterielle Besiedelung der Haut kann Folge des Waxing sein. Und bei unsachgemäßer Handhabung kann man sich verbrennen.
  • Gelegentlich findet ein nachwachsendes Haar seinen Kanal nicht und wächst in die Haut ein. Das kann in sehr unangenehmen Krankheitsbildern enden. So können kleine Fremdkörpergranulome entstehen, also immunologische Abwehrreaktionen der Haut.
  • Und schließlich kann eine nicht vorhandene Schambehaarung das Entstehen von sexuell übertragbaren Infektionen und Krankheiten wie etwa Genitalherpes, Dellwarzen oder Syphillis begünstigen.

 

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