Ultraschalluntersuchung bei Erektionsstörungen
Kurz zusammengefasst
Der Schwellkörper-Ultraschall ist eine Untersuchung von Aufbau und Gefäßversorgung der penilen Schwellkörper. Mithilfe der bildgebenden Darstellung lassen sich sowohl die Gewebestruktur als auch die Blutströmung beurteilen, sodass Veränderungen wie Fibrosen, Kalzifikationen oder vaskuläre Funktionsstörungen sichtbar gemacht werden können.
Überblick
Was ist ein Penis-Ultraschall?
Ein Penis-Ultraschall – medizinisch auch penile Sonografie genannt – ist eine schmerzfreie und strahlenfreie Untersuchung. Dabei werden hochfrequente Schallwellen verwendet, um das Gewebe des Penis und – je nach Fragestellung – auch die Blutgefäße sichtbar zu machen.
Man kann sich das wie eine „innere Kamera“ vorstellen, die ohne Operation und ohne Röntgenstrahlung Einblicke in Struktur und Durchblutung gibt.
Es gibt zwei häufige Formen dieser Untersuchung:
- Beim Standard-Ultraschall (B-Mode) wird vor allem das Gewebe beurteilt. Dabei sieht man die Schwellkörper, die Schwellkörperhülle (Tunica albuginea) sowie mögliche Veränderungen wie Narben, Verhärtungen (Plaques), Blutergüsse oder Flüssigkeitsansammlungen.
- Beim Doppler- oder Duplex-Ultraschall wird zusätzlich der Blutfluss gemessen und sichtbar gemacht. Diese Variante ist besonders wichtig bei Erektionsstörungen oder nach Verletzungen und Operationen, weil hier geprüft wird, wie gut Blut in den Penis hinein- und wieder abfließt.
Warum wird diese Untersuchung durchgeführt?
Ein Penis-Ultraschall wird durchgeführt, um Beschwerden besser einordnen zu können oder Veränderungen im Gewebe und in der Durchblutung objektiv zu beurteilen. Aber der Ultraschall ist nur ein Baustein in der Diagnostik. Eine gute Abklärung umfasst zusätzlich ein ausführliches Gespräch, die Erhebung von Risikofaktoren, die Überprüfung von Medikamenten und – falls notwendig – Hormonuntersuchungen.
- Erektionsstörungen: Hier kann geprüft werden, ob eine Durchblutungsstörung vorliegt – zum Beispiel bei Diabetes, Bluthochdruck oder langjährigem Rauchen. Es lässt sich auch klären, ob möglicherweise ein sogenannter „venöser Leak“ vorliegt, also ein zu schneller Blutabfluss, der verhindert, dass die Erektion stabil bleibt. Der Ultraschall hilft dabei, körperliche Ursachen besser von psychischen Faktoren abzugrenzen – immer als Teil einer Gesamtdiagnostik.
- Penisverkrümmung (Induratio penis plastica / Peyronie): Hier können Verhärtungen oder Plaques in der Schwellkörperhülle sichtbar gemacht und vermessen werden. Verkalkungen lassen sich ebenfalls erkennen, was für die Therapieplanung wichtig sein kann. Außerdem dient die Untersuchung oft zur Verlaufskontrolle.

Ablauf
Wie läuft eine Ultraschall Untersuchung ab?
In der Regel ist keine besondere Vorbereitung nötig. Eine Rasur ist nicht erforderlich.
Es ist sinnvoll, eine Liste Ihrer Medikamente mitzubringen. Während der Untersuchung liegen Sie entspannt auf dem Rücken. Auf den Penis wird Ultraschallgel aufgetragen, das sich leicht kühl anfühlt. Der Arzt oder die Ärztin fährt mit dem Schallkopf vorsichtig über den Penis und gegebenenfalls auch über den Ansatzbereich. Dabei werden Bilder erstellt und Messungen durchgeführt.
Wenn ein Doppler-Ultraschall zur Abklärung einer Erektionsstörung geplant ist, gibt es zwei Möglichkeiten. Man kann die Untersuchung im Ruhezustand durchführen – das erlaubt grundlegende Aussagen, ist aber für die Beurteilung der Erektionsdurchblutung nur eingeschränkt aussagekräftig. Häufig wird daher ein Medikament in sehr kleiner Dosis in den Schwellkörper injiziert, um eine Erektion auszulösen. So kann gemessen werden, wie gut der arterielle Zufluss funktioniert und ob das Blut ausreichend im Penis gehalten wird.
Die Untersuchung dauert meist zwischen 20 und 40 Minuten. Mögliche Nebenwirkungen sind leichte Schmerzen an der Einstichstelle oder selten ein kleiner Bluterguss. Sehr selten kann es zu einer länger anhaltenden Erektion kommen.
Ergebnisse
Was sagt das Ergebnis aus?
Wenn alles in Ordnung ist, sieht der Penis normal aus. Es gibt keine Hinweise für eine Verhärtung, Knoten oder Verletzung. Die Durchblutung ist gut und es fließt ausreichend Blut hinein und kann bei einer Erektion gehalten werden. Mögliche Befunde, die abgeklärt werden müssen, sind unter anderem:
• Verhärtungen im Gewebe (z. B. bei Penisverkrümmung / Peyronie)
• Narbenbildung
• Gewebeumbau / verminderte Elastizität
• Bluterguss (Hämatom)
• Einriss der Schwellkörperhülle (Verdacht auf Penisfraktur)
• Flüssigkeitsansammlung
• Entzündliche Veränderungen
• Zu geringer Blutzufluss
• Zu schneller Blutabfluss („venöser Leak“)
• Kombination aus vermindertem Zufluss und zu schnellem Abfluss
Welche weiteren Untersuchungen sind neben der Ultraschalluntersuchung möglich?
- Biothesiometrie (Nervenmessung)
- EMG (zur Erfassung der Beckenbodenmuskulatur)
- Doppler-Duplex-Sonographie (zur Messung der 4 Penisgefäße)
- Untersuchung zur Erfassung der Zusammensetzung des Schwellkörpers
- Dynanometrie (Messung der Muskelkraft)
- RIGIscan (Methode zur Messung der Erektionsfähigkeit)





