Rigiscan bei Erektionsstörungen
Kurz zusammengefasst
Mithilfe des RigiScans können Langzeit-Messungen, die in der Regel über mehrere Nächte durchgeführt werden, erfolgen. Dabei werden die Häufigkeit, die Stärke der Härte und Dauer der nächtlichen Erektionen erfasst und beim Spezialisten ausgewertet.
Überblick
Was ist eine RIGISCAN Untersuchung?
Die RigiScan-Untersuchung ist ein Verfahren zur objektiven Messung nächtlicher Erektionen. Während des Schlafs durchläuft jeder Mensch unterschiedliche Schlafphasen. Eine für die Erektionsfähigkeit besonders wichtige Phase ist der sogenannte REM-Schlaf (REM = rapid eye movement). In dieser Phase bewegen sich die Augen sehr schnell unter den geschlossenen Lidern, und der Schlaf ist besonders tief. In enger Verbindung mit diesen REM-Phasen treten bei Männern auch nächtliche Erektionen auf.
Warum wird diese Untersuchung durchgeführt?
Um Erektionsprobleme erfolgreich behandeln beziehungsweise spezielle Schwellkörper-Trainingsprogramme erstellen zu können, ist es äußerst wichtig, mehr über die Qualität dieser nächtlichen Erektionen zu erfahren. Hat der Mann Erektionen während des Schlafs? In welchen Abständen treten diese Erektionen auf? Mit welcher Intensität und Dauer erfolgen diese Erektionen?
Diese Fragen helfen dabei, besser zu verstehen, ob der körperliche Erektionsmechanismus grundsätzlich funktioniert. Wenn nachts regelmäßige und ausreichend feste Erektionen auftreten, spricht das eher dafür, dass Nerven, Gefäße und Schwellkörper mechanisch intakt sind. Treten hingegen kaum oder nur schwache nächtliche Erektionen auf, kann das ein Hinweis auf eine körperliche Ursache sein.

Ablauf
Wie funktioniert der RIGISCAN?
Zur Messung der nächtlichen Erektion werden zwei Messschlaufen direkt am Penis platziert, eine hinter der Eichel und die andere direkt an der Penisbasis.
Diese Sensoren erfassen alle Aktivitäten des Schwellkörpers. Hierdurch ergeben sich bei nicht erigiertem Penis, beginnender Erektion, teilweise erigiertem und stark erigiertem Penis und möglichen Zwischenphasen unterschiedliche Werte, wodurch die Anzahl und die Qualität der jeweiligen Erektion ermittelt werden.
Die Werte werden im Steuergerät, welches der Mann in der Nacht bei sich trägt, gespeichert. Anschließend werden die Werte vom Spezialisten ausgelesen und ausgewertet.
Ergebnisse
Was sagt das Ergebnis aus?
Ausgewertet werden vor allem die Anzahl der nächtlichen Erektionen, deren Dauer sowie die maximale Steifigkeit an Spitze und Basis des Penis.
Als wichtiger Orientierungswert gilt: Wenn mindestens ein Ereignis mit einer deutlichen Steifigkeit (etwa 60 Prozent an der Penisspitze) für mindestens zehn Minuten anhält, spricht das für einen grundsätzlich funktionierenden Erektionsmechanismus. Das ist kein absolutes „Ja oder Nein“-Kriterium, aber ein wichtiger Hinweis.
Zeigt die Untersuchung normale nächtliche Erektionen, deutet das darauf hin, dass die körperliche Erektionsfähigkeit im Schlaf vorhanden ist. Bestehen dennoch Probleme beim Geschlechtsverkehr, sind häufig situative oder psychische Faktoren beteiligt – immer im Zusammenspiel mit dem individuellen Gesamtbild.
Sind die nächtlichen Erektionen dagegen deutlich vermindert, kann das auf organische Ursachen hinweisen, etwa auf Durchblutungs-, Nerven- oder Hormonstörungen. Allerdings beeinflussen auch Alter, Schlafqualität, Depressionen oder allgemeiner Stress die Messergebnisse. Deshalb ist der RigiScan kein allein entscheidender Test.





