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Erektionsprobleme mit 20: Ursachen und Behandlung

14 min Lesezeit • Von Prof. Dr. med. Frank Sommer • Medizinische Prüfung: Prof. Dr. med. Frank Sommer • Aktualisiert am 10. Aug. 2026

Kurz zusammengefasst

Erektionsprobleme mit 20 können belastend sein. Sie kommen auch bei jungen Männern häufiger vor, als viele vermuten. Oft spielen sexuelle Unsicherheit, Versagensangst, Leistungsdruck oder Stress eine wichtige Rolle. Auch Lebensgewohnheiten wie Rauchen, Alkohol- oder Drogenkonsum und zu wenig Schlaf können die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen. Wird die Ursache frühzeitig erkannt, lassen sich Erektionsprobleme in jungen Jahren häufig erfolgreich behandeln.

Erektionsprobleme in den 20ern können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Es gibt nicht die eine Ursache. Oft wirken mehrere Faktoren zusammen. Eine Erektion ist ein komplexer körperlicher Vorgang. Sexuelle Reize werden im Gehirn verarbeitet und über das Rückenmark und die Nerven im Becken an den Penis weitergeleitet.

Gleichzeitig müssen sich die Penisgefäße erweitern, ausreichend Blut in die Schwellkörper leiten und es dort halten. Auch Hormone wie Testosteron und die Zusammensetzung des Schwellkörpergewebes sind wichtig. Wird einer dieser Abläufe gestört, kann es schwieriger werden, eine Erektion aufzubauen oder zu halten.[1][2]

Wiederkehrende Erektionsprobleme können manchmal auf Gefäß- oder Stoffwechselveränderungen hinweisen, beispielsweise bei Bluthochdruck oder Diabetes. Das bedeutet nicht automatisch, dass eine ernsthafte Erkrankung vorliegt. Dennoch sollten anhaltende oder belastende Beschwerden auch in jungen Jahren ärztlich abgeklärt werden.[3] Im Folgenden werden zehn mögliche Ursachen für Erektionsprobleme in den 20ern erklärt.

Was sind die häufigsten Ursachen für Erektionsstörungen mit 20?

1. Sexuelle Versagensangst

Leistungsdruck, Versagensängste und sexuelle Unsicherheit können bei jungen Männern in Ihren 20ern zu Erektionsproblemen beitragen. Wer während der Sexualität ständig prüft, ob der Penis noch steif genug ist oder ob er den Erwartungen der Partnerin oder des Partners entspricht, richtet seine Aufmerksamkeit zunehmend auf die eigene „Leistung“. Dadurch können Anspannung und Sorge weiter zunehmen.

Der Sympathikus ist ein Teil des autonomen Nervensystems, das viele Körperfunktionen automatisch steuert. Er wird vor allem bei Stress oder Gefahr aktiv und versetzt den Körper in Alarmbereitschaft: Herzschlag und Atmung werden beschleunigt, damit der Mensch kämpfen oder fliehen kann. Das ist ein sehr altes Schutzprogramm unseres Körpers. Bildlich gesprochen war es für unsere Vorfahren beim Anblick eines Säbelzahntigers wichtiger, das eigene Leben zu retten, als eine Erektion zu bekommen.

Heute kann nicht nur eine körperliche Gefahr, sondern auch psychischer Stress dieses Programm aktivieren. Für eine Erektion muss der Körper jedoch ausreichend entspannt sein, damit Nervensignale weitergeleitet werden und sich die Blutgefäße im Penis erweitern können. Ist der Sympathikus stark aktiv, kann dieser Ablauf erschwert werden und die Erektion nachlassen. Daraus kann ein Teufelskreis entstehen: Der Mann bemerkt, dass die Erektion schwächer wird, macht sich Sorgen und gerät dadurch noch stärker unter Stress. Je mehr er versucht, die Erektion zu kontrollieren, desto schwieriger kann es werden, sie zu halten.[1]

Unrealistische Vorstellungen über Körper, Ausdauer und den Ablauf von Sexualität können diesen Leistungsdruck verstärken. Das kann beispielsweise vorkommen, wenn pornografische Darstellungen als Maßstab für reale Sexualität verstanden werden. Die genauen Zusammenhänge werden im Abschnitt zum problematischen Pornokonsum erläutert.

Bei jüngeren Männern sind psychische und zwischenmenschliche Faktoren häufig mitbeteiligt. Es können jedoch auch organische Ursachen vorliegen, und mehrere Faktoren können gleichzeitig zusammenwirken. Wiederkehrende Erektionsprobleme sollten deshalb auch in jungen Jahren ärztlich abgeklärt werden.[3][4]

2. Übergewicht

Übergewicht und insbesondere Adipositas sind mit einem höheren Risiko für Erektionsstörungen verbunden. Das bedeutet nicht, dass jeder Mann mit Übergewicht Erektionsprobleme entwickelt. Häufig kommen jedoch weitere Faktoren wie Bewegungsmangel, Bluthochdruck, ungünstige Blutfettwerte, Typ-2-Diabetes oder das metabolische Syndrom hinzu.

Diese Erkrankungen können die Blutgefäße und deren Innenwand, das sogenannte Endothel, beeinträchtigen. Dadurch kann bei sexueller Erregung weniger Blut in die Schwellkörper gelangen. Adipositas kann außerdem mit hormonellen Veränderungen und niedrigeren Testosteronwerten verbunden sein. Ob und wie stark sich das auf die Erektionsfähigkeit auswirkt, unterscheidet sich von Mann zu Mann.[1]

Fettgewebe oberhalb des Schambeins kann zudem einen Teil des Penisschafts verdecken. Der Penis kann dadurch kürzer wirken, obwohl sich seine tatsächliche Länge nicht verändert hat.

3. Rauchen

Rauchen kann Erektionen schwächen, weil es die Blutgefäße und Nerven schädigen kann. Die Penisarterien sind nur etwa ein bis zwei Millimeter breit, müssen bei sexueller Erregung aber ein Vielfaches der normalen Blutmenge transportieren. Nikotin und andere Schadstoffe können diese Gefäße verengen und Ablagerungen fördern. Dadurch gelangt möglicherweise nicht genug Blut in die Schwellkörper.[5]

Bei sexueller Erregung wird Stickstoffmonoxid freigesetzt. Dieser Botenstoff sorgt dafür, dass sich die Muskeln in den Gefäßwänden entspannen, die Penisarterien erweitern und mehr Blut in die Schwellkörper fließt. Tabakrauch kann die Bildung und Wirkung von Stickstoffmonoxid beeinträchtigen. Dadurch kann es schwieriger werden, eine feste Erektion aufzubauen.[1]

Rauchen kann außerdem Nerven schädigen, die Erektionssignale vom Gehirn zum Penis weiterleiten. Möglicherweise beeinträchtigt es auch die Durchblutung der Hoden und damit den Testosteronhaushalt. Testosteron ist wichtig für das sexuelle Verlangen und den Erhalt des Schwellkörpergewebes. Deshalb können Veränderungen an Gefäßen, Nerven und Hormonen gemeinsam die Erektionsfähigkeit schwächen.[2]

E-Zigaretten und Vapes sind keine unbedenkliche Alternative. Selbst nikotinfreie Vapes können Aromastoffe freisetzen, die möglicherweise die Gefäße schädigen. In Studien war der tägliche Konsum von E-Zigaretten und Vapes mit etwa doppelt so häufig berichteten Erektionsstörungen verbunden. Das beweist jedoch nicht, dass der Konsum allein die Ursache war.[6][7]

4. Alkohol

Alkohol kann die Erektionsfähigkeit sowohl kurzfristig als auch langfristig beeinträchtigen. Wie stark, hängt von der getrunkenen Menge und der individuellen Reaktion des Körpers ab.

Kurzfristig dämpft Alkohol das Gehirn und kann die Nervensignale stören, die über das Rückenmark zum Penis gelangen und dort die Erektion auslösen. Gleichzeitig kann weniger Blut in die Schwellkörper fließen. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die Durchblutung bereits ab etwa 0,4 bis 0,5 Promille reduziert sein kann. Eine feste Grenze, ab der dies bei jedem Mann passiert, gibt es jedoch nicht.[8]

Bei höherem Alkoholkonsum können außerdem Flüssigkeitsverlust, ein sinkender Blutdruck und eine verstärkte Ausschüttung von Stresshormonen hinzukommen. Dadurch gelangt möglicherweise weniger Blut in den Penis und der Körper gerät in einen Alarmzustand, der den Aufbau und das Halten einer Erektion zusätzlich erschweren kann.

Regelmäßiger hoher Alkoholkonsum kann langfristig die Nerven schädigen und den Testosteronspiegel senken. Testosteron ist für das sexuelle Verlangen und den Erhalt des Schwellkörpergewebes wichtig. Alkohol kann dieses Gewebe möglicherweise auch direkt beeinträchtigen. Dadurch können die sexuelle Lust abnehmen und Erektionen schwächer werden.

5. Drogen

Drogen können die Erektionsfähigkeit und den Testosteronhaushalt beeinträchtigen. Je nach Substanz können sie die Nerven schädigen, Blutgefäße verengen, die sexuelle Erregung verändern oder den Testosteronspiegel senken. Dadurch können das sexuelle Verlangen abnehmen sowie Erektions- oder Orgasmusprobleme auftreten. Die Auswirkungen unterscheiden sich je nach Substanz:

  • Cannabis kann Wahrnehmung, Stimmung und sexuelle Erregung verändern. Es wird außerdem diskutiert, ob der Konsum die Durchblutung und den Testosteronhaushalt beeinflussen kann. Die Studienlage ist jedoch nicht eindeutig genug, um Cannabis allein als Ursache einer Erektionsstörung anzusehen.
  • Kokain und Amphetamine können den Körper in einen starken Stresszustand versetzen und die Blutgefäße verengen. Dadurch werden sexuelle Reize gehemmt und möglicherweise nicht genug Blut in die Schwellkörper geleitet.
  • Ecstasy beziehungsweise MDMA kann den Hormonhaushalt und die Weiterleitung von Nervensignalen beeinflussen. Dadurch können Erektions- und Orgasmusprobleme auftreten.
  • Opiate wie Heroin können den Testosteronspiegel deutlich senken. Dadurch können das sexuelle Verlangen und die Erektionsfähigkeit abnehmen.[9][10]

Drogen sollten wegen ihrer körperlichen und psychischen Risiken nicht konsumiert werden. Wer regelmäßig Drogen nimmt, nicht allein aufhören kann oder gesundheitliche beziehungsweise sexuelle Veränderungen bemerkt, sollte sich an einen Arzt oder eine qualifizierte Suchtberatungsstelle wenden. Das Gespräch mit einem Arzt unterliegt grundsätzlich der ärztlichen Schweigepflicht.[11]

6. Schlafmangel

Zu wenig Schlaf oder eine schlechte Schlafqualität können das sexuelle Verlangen und die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen. Dabei können Veränderungen des Testosteronhaushalts, erhöhte Stresshormone, Erschöpfung und eine schlechtere Durchblutung zusammenwirken.

Schlafprobleme haben bei jungen Männern in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Auswertungen von Krankenkassen und dem Robert Koch-Institut zeigen in einzelnen Zeiträumen Anstiege von über 150 Prozent. Mögliche Gründe sind die zunehmende Nutzung von Smartphones, Tablets und sozialen Medien sowie Leistungsdruck, Zukunftssorgen und gesellschaftliche Krisen.

Das Licht der Bildschirme und die anhaltende mentale Stimulation können den Schlafrhythmus und das Einschlafen stören. Deshalb kann es helfen, in den letzten 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen auf digitale Medien zu verzichten und bewusst zur Ruhe zu kommen.[12]

7. Kondomassoziierte Erektionsprobleme

Kondomassoziierte Erektionsprobleme (KAES) sind bei Männern in ihren 20ern nicht selten. Bei betroffenen Männern kann der Penis ohne Kondom ganz normal steif werden und die Erektion erhalten bleiben. Beim Überziehen oder beim Sex mit Kondom kann sie hingegen wieder nachlassen oder vollständig verloren gehen.[13]

In einer Studie mit überwiegend jungen Männern berichteten etwa 30 bis 40 Prozent von gelegentlichen oder häufigen Erektionsproblemen bei der Verwendung von Kondomen.[13]

Häufig kommen mehrere Auslöser zusammen:

  • Unterbrochene Erregung: Beim Überziehen wird die sexuelle Stimulation kurz unterbrochen und die Aufmerksamkeit richtet sich vollständig auf das Kondom. Dadurch kann die Erektion nachlassen.
  • Verminderte Empfindung: Manche Kondome können die Intensität der Stimulation und damit die Empfindung am Penis verringern. Reicht der Reiz nicht aus, kann der Penis während des Geschlechtsverkehrs wieder erschlaffen.
  • Erwartungsangst: Wer bereits einmal die Erektion verloren hat, achtet beim nächsten Mal oft besonders stark darauf. Dieser Druck kann Stress auslösen und das Problem verstärken.
  • Falsche Passform: Ein zu enges Kondom kann unangenehm sein und sich nur schwer überziehen lassen. Ein zu weites Kondom kann abrutschen oder die Sorge auslösen, dass es nicht sicher sitzt.[14]

Die Beschwerden sollten kein Grund sein, auf ein Kondom zu verzichten und ungeschützten Sex zu haben. Richtig angewendet senken Kondome das Risiko vieler sexuell übertragbarer Infektionen und einer ungewollten Schwangerschaft.

8. Problematischer Pornokonsum

Pornografiekonsum verursacht nicht automatisch eine Erektionsstörung. Ein sehr häufiger oder zwanghaft erlebter Pornokonsum kann jedoch mit Erektionsproblemen verbunden sein und möglicherweise dazu beitragen. Ein eindeutiger ursächlicher Zusammenhang ist bisher nicht bewiesen.[15]

Pornografische Inhalte können unrealistische Vorstellungen über Körper, Penisgröße, Ausdauer und den Ablauf von Sexualität vermitteln. Darsteller verwenden teilweise Hilfsmittel bis hin zu Medikamenten oder Spritzen, um ihre Erektion lange aufrechtzuerhalten. Wer solche Darstellungen für normale Sexualität hält, kann sich selbst stark unter Leistungsdruck setzen.[16]

Es wird außerdem diskutiert, ob sich das Gehirn bei häufigem Konsum an die hohe Reizdichte und immer stärkere sexuelle Reize gewöhnt. Reale Sexualität kann dann möglicherweise als weniger erregend erlebt werden. Auch Fantasien oder Erwartungen können entstehen, die eine Partnerin oder ein Partner nicht erfüllen kann.[16][17]

Erregung kann zudem an den wiederkehrenden Ablauf aus Pornografie und Masturbation gekoppelt werden. Diese sogenannte Konditionierung könnte dazu führen, dass eine Erektion vor dem Bildschirm problemlos entsteht, in einer realen sexuellen Situation jedoch schwerer aufgebaut oder gehalten werden kann. Diese möglichen Gewöhnungs- und Konditionierungseffekte sind wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt und treten nicht bei jedem Mann in seinen 20ern auf.[16]

Problematisch wird der Konsum vor allem, wenn er sich kaum noch kontrollieren lässt oder die Sexualität, die Beziehung oder andere Lebensbereiche beeinträchtigt. Dann kann ein offenes Gespräch mit einem Arzt, einer sexualmedizinischen Fachkraft oder einem Psychotherapeuten helfen.[18]

9. Diabetes und Gefäßprobleme

Typ-2-Diabetes galt lange als Erkrankung älterer Menschen, betrifft inzwischen aber zunehmend auch jüngere Männer. Typ-2-Diabetes entsteht durch ein Zusammenspiel aus Veranlagung, Insulinresistenz, Übergewicht, Bewegungsmangel und Ernährung. Eine kalorienreiche Ernährung mit viel Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln kann das Risiko erhöhen.

Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können die Innenwand der Blutgefäße schädigen. Ärzte sprechen dabei von einer Angiopathie. Sind die zuführenden Penisgefäße betroffen, kann bei sexueller Erregung nicht mehr genügend Blut in die Schwellkörper fließen. Dadurch kann es schwieriger werden, eine feste Erektion aufzubauen oder zu halten.[19]

Diabetes kann außerdem die Nerven schädigen. Diese sogenannte Neuropathie kann die Weiterleitung der Signale beeinträchtigen, die eine Erektion auslösen und während des Geschlechtsverkehrs aufrechterhalten. Zusätzlich können hormonelle Veränderungen auftreten. Dabei spielt Testosteron eine wichtige Rolle, weil es das sexuelle Verlangen und die Zusammensetzung des Schwellkörpergewebes beeinflusst. Auch die psychische Belastung durch eine chronische Erkrankung kann Erektionsprobleme verstärken.[2][19]

10. Neurologische Erkrankungen oder Verletzungen

Nerven spielen für die Erektionsfähigkeit eine entscheidende Rolle. Sexuelle Reize werden im Gehirn verarbeitet und als Nervenimpulse über das Rückenmark und die Erektionsnerven im Becken, die sogenannten Nervi erigendi, an den Penis weitergeleitet. Diese Signale werden benötigt, um eine Erektion auszulösen und aufrechtzuerhalten. Erkrankungen oder Verletzungen dieser Nervenbahnen können deshalb zu Erektionsproblemen führen. Bei Männern in ihren 20ern kommen unter anderem folgende Ursachen infrage:

  • Schädel-Hirn-Verletzungen
  • Rückenmarksverletzungen
  • Multiple Sklerose
  • Epilepsie
  • Bandscheibenvorfälle
  • Nervenschäden durch Typ-2-Diabetes
  • Migräne oder chronische Kopfschmerzen[1]

Nicht jede neurologische Erkrankung oder Verletzung führt automatisch zu einer Erektionsstörung. Entscheidend sind Art, Schwere und betroffene Nervenbahnen. Neu aufgetretene oder wiederkehrende Erektionsprobleme sollten besonders nach einer Verletzung oder bei einer neurologischen Erkrankung ärztlich abgeklärt werden.[3]

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Ist es schon eine Erektionsstörung, wenn es manchmal nicht klappt?

Nein. Es kann gelegentlich vorkommen, dass eine Erektion nicht entsteht, nicht vollständig fest wird oder während der Sexualität nachlässt. Mögliche vorübergehende Auslöser sind Müdigkeit, Stress, Beziehungsprobleme, Versagensangst sowie Alkohol- oder Drogenkonsum. Ein einzelnes oder seltenes Erlebnis ist noch keine Erektionsstörung.

Von einer Erektionsstörung kann man sprechen, wenn der Penis wiederholt nicht hart genug für eine Penetration wird oder die Erektion beim Sex verloren geht – besonders, wenn das so oft vorkommt, dass es zur Belastung wird.

Dann sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Bis dahin kann es helfen, den Druck herauszunehmen und offen mit der Partnerin oder dem Partner darüber zu sprechen.[3]

Wie stellt der Arzt eine Erektionsstörung fest?

Wenn Erektionsprobleme wiederholt auftreten und zu einer Belastung werden, ist es wichtig, mit einem Arzt darüber zu sprechen. Auch bei jungen Männern in den 20ern können neben psychischen Belastungen körperliche Ursachen vorliegen. Gefäß- oder Stoffwechselveränderungen sollten früh erkannt werden.[3]

Viele junge Männer haben Hemmungen oder Angst, offen über Erektionsprobleme zu sprechen. Für Ärzte gehören sexuelle Beschwerden jedoch zur medizinischen Arbeit. Je ehrlicher die Probleme beschrieben werden, desto besser lässt sich die Ursache eingrenzen. Typische Fragen sind:

  • Seit wann und wie häufig treten die Probleme auf?
  • Treten sie immer oder nur in bestimmten Situationen auf?
  • Wird der Penis nicht ausreichend fest oder geht die Erektion wieder verloren?
  • Gibt es morgendliche oder nächtliche Erektionen?
  • Spielen Versagensangst, Stress oder Beziehungsprobleme eine Rolle?
  • Bestehen Erkrankungen oder Verletzungen?
  • Werden Medikamente eingenommen?
  • Werden Alkohol, Nikotin beziehungsweise Drogen konsumiert?[3]

Danach folgt eine sorgfältige körperliche Untersuchung. Je nach Befund werden Brust-, Unterbauch- und Genitalbereich, mögliche Hormonstörungen, Veränderungen am Penis, die Nervenfunktion, die Beckenbodenmuskulatur, der Blutfluss in den Penis, das Halten des Blutes im Schwellkörper und die Beschaffenheit des Schwellkörpergewebes untersucht. Auch Stoffwechselerkrankungen wie das metabolische Syndrom oder Typ-2-Diabetes werden berücksichtigt.

Oft wirken mehrere Ursachen zusammen. Erst nach der Abklärung wird entschieden, welche Behandlung zur Ursache und zur persönlichen Situation passt.[3]

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Wie lassen sich Erektionsprobleme mit 20 behandeln?

Entscheidend ist zunächst die Ursache. Bei einem 20-Jährigen können Versagensangst, Stress, Beziehungsfaktoren, kondomassoziierte Probleme oder problematischer Pornokonsum beteiligt sein. Möglich sind aber auch Gefäß-, Stoffwechsel-, Hormon- oder Nervenerkrankungen, Medikamentennebenwirkungen oder Verletzungen. Die Behandlung sollte deshalb nicht allein nach dem Alter ausgewählt werden.[3]

Lebensstilveränderung

Lebensstilveränderungen können Teil der Behandlung sein. Regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere Ausdauertraining, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf sowie der Verzicht auf Rauchen und Drogen können die allgemeine Gefäß- und Stoffwechselgesundheit verbessern. Bei Übergewicht kann eine Gewichtsabnahme helfen. Solche Maßnahmen wirken nicht bei jedem Mann sofort und ersetzen bei anhaltenden Beschwerden nicht die medizinische Abklärung.[3][20][21]

Sexualtherapie

Wenn Versagensangst, Stress oder andere psychische Faktoren beteiligt sind, können offene Gespräche mit der Partnerin oder dem Partner den Druck verringern. Bei anhaltender Belastung kommen sexualmedizinische Beratung, Sexualtherapie oder kognitive Verhaltenstherapie infrage. Studien sprechen dafür, dass psychologische Verfahren bei psychogen bedingten Erektionsstörungen helfen können, teilweise besonders in Kombination mit einer medikamentösen Behandlung.[3][22]

Beckenbodentraining

Die sogenannte Potenzmuskulatur befindet sich im Beckenboden. Bis zu etwa ein Drittel der gesamten Penislänge liegt im Körperinneren im Bereich des Beckenbodens. Dieser innere Abschnitt wird seitlich und ringförmig von Beckenbodenmuskeln umgeben.

Diese Muskulatur lässt sich durch gezielte körperliche Übungen stärken. Ein spezielles Beckenboden- beziehungsweise Potenzkrafttraining kann dazu beitragen, eine härtere Erektion aufzubauen und den Ejakulationsreflex besser zu steuern. Dafür ist es wichtig, zunächst zu lernen, wo die Potenzmuskulatur sitzt und wie sie gezielt angespannt und entspannt wird.

Wer den eigenen Beckenboden nicht sicher wahrnehmen oder die entsprechenden Muskeln nicht gezielt ansteuern kann, kann sich von einer entsprechend qualifizierten Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten anleiten lassen.[23][24]

Medikamente

Für eine kurzfristige Unterstützung können Medikamente eingesetzt werden, die bei Bedarf vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Ärzte sprechen dabei von einer „On-Demand-Behandlung“. Das bedeutet: Das Medikament wird für die jeweilige sexuelle Situation eingesetzt.

Eine wichtige Gruppe sind die sogenannten PDE-5-Hemmer. Dazu gehören beispielsweise Viagra, Levitra, Cialis und Spedra. Je nach Medikament muss die Tablette unterschiedlich lange vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden und wirkt unterschiedlich lange. Deshalb sollte ein Arzt erklären, welches Medikament infrage kommt und wie es richtig eingenommen wird.[3]

PDE-5-Hemmer sind rezeptpflichtig und sollten nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. Der Arzt prüft, ob Erkrankungen oder andere Medikamente gegen die Einnahme sprechen.[3]

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Wenn die bisher genannten Behandlungen nicht ausreichend helfen oder nicht geeignet sind, kommen je nach Ursache weitere Möglichkeiten infrage. Dazu gehören unter anderem Medikamente, die direkt am Penis angewendet werden. Sie können über die Harnröhre, als Gel an der Harnröhrenöffnung oder nach ärztlicher Anleitung als Spritze in den Schwellkörper gegeben werden. Eine weitere Möglichkeit ist eine Vakuumpumpe. Sie erzeugt einen Unterdruck, durch den Blut in den Penis gelangt. Anschließend kann ein Penisring an der Peniswurzel dabei helfen, das Blut im Penis zu halten. Manche Verfahren lassen sich auch miteinander kombinieren, beispielsweise eine Tablette mit einem Penisring. Welche Behandlung oder Kombination geeignet ist, sollte individuell mit einem Arzt besprochen werden.[3]

Häufige Fragen

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