Vakuumpumpe bei Erektionsstörungen
Kurz zusammengefasst
Eine mechanische Therapieoption, die häufig im Rahmen eines ganzheitlichen Therapiekonzeptes zur Heilung von Impotenz eingesetzt wird, ist die Vakuumpumpe, die oftmals auch Penispumpe genannt wird. Aber natürlich kann eine Vakuumpumpe auch bei Männern, die unter Erektionsstörungen leiden - beispielsweise anstatt Potenzpillen - für den Geschlechtsverkehr verwendet werden. In dem Fall wird nicht nur die Pumpe sondern auch ein Penisring – in der Regel ein Gummiring – verwendet. Dieser wird direkt vor bzw. bei der Penispumpen-Entfernung über die Peniswurzel gestreift, um zu verhindern, dass das Blut, welches zur Erektion führt, wieder aus dem Penis abfließt.
Überblick
Was ist eine Vakuum-Erektionshilfe?
Vakuumerektionshilfen sorgen für eine Erektion, indem der schlaffe, nicht-erigierte Penis in einen Glas- oder Plastikzylinder eingeführt wird. In diesem Zylinder entsteht durch Absaugen der Luft ein stimulierendes Vakuum. Dieses führt zu einem verstärkten Blutzufluss in die Schwellkörper und damit zu einer Erektion.
Ist der Penis ausreichend erigiert, wird an der Peniswurzel ein Tourniquet (zum Beispiel ein Gummiring) übergestreift. Dieser verhindert den Blutabfluss und ermöglicht einen befriedigenden Geschlechtsverkehr. Nach dem Geschlechtsverkehr wird der Gummiring wieder abgenommen und der Penis erschlafft schließlich. Hinweis: Länger als etwa 30 Minuten sollte der Penisring normalerweise nicht getragen werden. Bitte unbedingt die entsprechenden Hinweise in der Packungsbeilage beachten.

Anwendung
Wie benutze ich eine Vakuumpumpe Schritt für Schritt?
Die Anwendung einer Penispumpe ist in der Tat denkbar einfach. Normalerweise genügt ein kurzer Blick in die Bedienungsanleitung des jeweiligen Produktes.
- Vor der Anwendung sollte das Penisgewebe aufgewärmt werden: Nutzen Sie dazu am besten warmes Wasser, einen heißen Wickel und/oder eine Massage.
- Stülpen Sie den Penisring über die Silikon-Manschette. Besprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt welche Größe des Rings Sie verwenden können.
- Geben Sie nun eine kleine Menge Gleitgel auf den Eingang der Silikon-Manschette.
- Stülpen Sie den Kolben über den schlaffen Penis und achten Sie darauf, dass keine Hodenhaut durch die Manschette rutscht.
- Drücken Sie anschließend den Kolben leicht gegen das Schambein und beginnen Sie dann Schritt für Schritt, das Vakuum aufzubauen.
- Steigern Sie den Unterdruck (vor allem als Anfänger) langsam und halten Sie ihn für wenige Minuten. Sie werden dann beobachten können, dass sich der Penis auch in denen von Ihnen gesteuerten Pausen weiter vergrößert.
- Pumpen Sie erst dann weiter, wenn der Penis nicht mehr größer wird.
- Wenn Sie die maximale Größe Ihrer Erektion erreicht haben, lösen Sie den Penisring langsam von der Silikon-Manschette ab. Plötzliches Überstülpen auf den Penis kann zu starken Schmerzen und sogar oberflächlichen Verletzungen führen. Lassen Sie sich das langsamen "Abwerfen" genau von Ihrem Arzt erklären und demonstrieren.
- Betätigen Sie den Druckablass, ziehen Sie den eregierten Penis heraus.
- Nutzen Sie Ihre Erektion.
- Wenn Sie keine Erektion mehr haben möchten, entfernen Sie den Penisring von Ihrer Penisbasis. Der Penisring darf nicht länger als 30 Minuten verwendet werden. Ansonsten können weitere irreversible Gewebsschädigungen im Penis passieren. Wie beispielsweise Blutgerinnungen im Penis, die zu Thrombosen führen können. Oder ein lokaler Sauerstoffmangel, der zu einem Abbau von Erektionsgewebe (Apoptose) führen kann. Lassen Sie sich das bitte genau und ausführlich von Ihrem Arzt erklären.
- Massieren Sie nun kurz Ihren Penis, um die Durchblutung wieder in Gang zu bringen.
- Lassen Sie sich nicht entmutigen: Teilweise kann es Tage oder auch Wochen dauern, bis Sie den richtigen Dreh endlich raushaben. Sollte es bei den ersten Versuchen nicht so recht mit der Pumpe klappen, ist das bei weitem kein Grund zur Resignation. Bleiben Sie dran und geben Sie die Hoffnung nicht auf.
Man unterscheidet zwischen der Anwendung einer Vakuumpumpe zur kurzfristigen Erzeugung einer Erektion – etwa für den Geschlechtsverkehr – und dem therapeutischen Vakuumpumpen-Training. Während die Vakuumpumpe als Erektionshilfe situativ eingesetzt wird, verfolgt das Vakuumpumpen-Training einen medizinischen Behandlungsansatz.
Ein Vakuumdrucktraining kommt zum Einsatz, wenn eine entsprechende ärztliche Diagnose gestellt wurde und es Bestandteil eines individuellen Therapiekonzepts ist. In der Regel stellt die Vakuumtherapie dabei nur einen Baustein innerhalb eines umfassenderen Behandlungsplans dar.
Ziel des Trainings kann es sein strukturelle Veränderungen im Penis zu beeinflussen und einem weiteren Gewebeabbau entgegenzuwirken.
Ob diese Therapieform im individuellen Fall sinnvoll ist, sollte nach ausführlicher ärztlicher Diagnostik und Beratung entschieden werden. Bei fehlender Indikation oder unsachgemäßer Anwendung können Komplikationen oder Gewebeschäden auftreten.
Wie trainiere ich mit einer Vakuumpumpe?
Sie werden mithilfe der elektrischen Vakuumpumpe unter kontinuierlichem steigendem Unterdruck eine Erektion aufbauen und diese für ca. 2 Minuten bei maximalem Unterdruck halten. Bitte achten Sie darauf, dass Sie die Schmerzgrenze nicht überschreiten, wenn Sie den maximalen Unterdruck erreicht haben. Danach lösen Sie den Unterdruck, indem Sie den vorgesehenen Knopf Ihrer elektrischen Vakuumpumpe drücken und bauen nach ca. 15 Sek. erneut eine Erektion auf, die Sie dann ebenfalls nach zwei Minuten lösen. Das Procedere wiederholen Sie 8-10 x (ca. 20 min. Training).
Es kann wichtig sein, dass Sie für ein solches effektives Training Ihren Genitalbereich rasieren, da sich die Pumpe sonst nicht richtig festsaugen kann. Sollten Sie ein Gleitmittel verwenden um die Reibung zu reduzieren, achten Sie bitte darauf, dass dieses wasserlöslich und leicht zu reinigen ist.
Anmerkung: Grundsätzlich können Sie nach dem Training oder außer der Reihe mit der Pumpe eine gute Erektion aufbauen und diese für den Geschlechtsverkehr nutzen. Dazu müssen Sie in Ihrem momentanen Stadium entsprechend den Penisring mit einsetzen. Dies wird in der Regel in dem der Packung beigefügten Material beschrieben und hat nichts mit dem besprochenem Training zu tun.
Vorteile & Risiken
Welche Vorteile bietet eine Vakuumpumpe für Männer?
Viele Anwender empfinden das Gefühl, ihren Penis aufzupumpen sowie dessen vergrößerten Zustand als sehr erregend. Zusammen mit der Partnerin oder dem Partner kann die Pumpe so einen Beitrag zu einer gesteigerten lustvollen Zweisamkeit leisten.
Welche Nebenwirkungen kann die Anwendung der Vakuumpumpe haben?
Teilweise kommt es vor, dass der Samenerguss (Ejakulation) behindert wird. Wenn der Penisring an der Basis des Penis die Harnröhre, über die das Ejakulat kommt, zu stark abdrückt. Die Samenflüssigkeit wird dann in die Blase umgeleitet. Einige Männer beklagen auch ein Kältegefühl in ihrem Penis, das kommt allerdings eher selten vor. Ansonsten sind Vakuumpumpen praktisch nebenwirkungsfrei, so dass selbst Hochbetagte dank der Vakuumpumpe noch zufriedenstellenden Sex erleben können.
Aber es gibt auch Anwender, die darüber berichten, dass es ihnen schwer fällt solch eine Erektionshilfe überhaupt für einen Geschlechtsverkehr zu verwenden und in das sexuelle Vorspiel zu integrieren. Manche berichten auch darüber, dass sie oder der Sexualpartner den Eindruck hat, dass der Penis, nachdem der Penisring einige Minuten verwendet wurde, der Penis sich „kälter“ anfühlt. Das wird manchmal als unangenehm – für beide Seiten – empfunden.
Natürlich ist es für den Mann meistens etwas ungewohnt, auf ein solches Produkt zurückgreifen zu müssen. Ein klärendes Gespräch mit der Partnerin oder dem Partner über die bestehende erektile Dysfunktion und die angestrebte Lösung kann hilfreich sein, um möglicherweise peinliche Situationen aus der Welt zu schaffen und die Akzeptanz für die Pumpe zu erhöhen.
Wann sollte man die Pumpe nicht benutzen?
Männer, die zum Beispiel gerinnungshemmende Medikamente erhalten oder Diabetes haben, dürfen die Vakuumpumpen ebenfalls verwenden. Allerdings kann es bei zu starkem Unterdruck zu Blutergüssen kommen. Aus diesem Grund sollten diese Patienten zu pralle Erektionen möglichst vermeiden und sehr umsichtig beim "Abwerfen" des Penisrings von der Silikon-Manschette sein.

Wirksamkeit
Wie effektiv ist die Methode?
Das Vakuumpumpen-Training nimmt mittlerweile einen immer größer werdenden Stellenwert als Baustein im therapeutischen Heilungs-Konzept ein. Zahlreiche Studien belegen, dass bei Männern, die aufgrund eines beckenchirurgischen Eingriffs impotent geworden sind, durch eine Therapie, die das Vakuumpumpen-Training mit einschließt, sehr positive und zufriedenstellende Resultate erreicht werden können. Wichtig dabei ist zu Wissen, das Vakuumpumpen-Training ist dann meist nur ein Baustein der gesamten Therapie. Im Rahmen einer ausführlichen Diagnostik wird Ihr Arzt eine mehrstündige Untersuchung durchführen, um die genaue Ursache der Erektionsstörung zu klären. Dabei können beispielsweise neurologische Faktoren, Durchblutungsstörungen oder strukturelle Veränderungen eine Rolle spielen.
Die Vakuumpumpentherapie stellt daher in den meisten Fällen lediglich einen Baustein innerhalb eines umfassenden Therapiekonzepts dar. Abhängig von der zugrunde liegenden Ursache sind häufig weitere therapeutische Maßnahmen erforderlich.
Auch hier gilt das Prinzip – wie immer im Leben: Je früher das therapeutische Trainings aufgenommen wird, desto besser sind die kompletten Heilungschancen für den Mann.
Hilft die Pumpe bei dauerhafter Heilung?
Neben der Verwendung der Vakuumpumpe als Erektionshilfe haben wissenschaftliche Studien gezeigt, dass mit einem Unterdruck-Training, dem sogenannten Schwellkörpertraining, in Kombination mit anderen Trainings-Methoden der Schwellkörper wiederaufgebaut werden kann. Dies ermöglicht es, wieder spontane und natürliche Erektionen aufzubauen.
Erektionsstörungen können sehr unterschiedliche Ursachen haben und sollten daher niemals pauschal behandelt werden. Eine fundierte ärztliche Abklärung ist entscheidend, um die zugrunde liegenden Mechanismen zu verstehen.
Neben Durchblutungsstörungen können beispielsweise neurologische Veränderungen, hormonelle Dysbalancen oder eine Schwächung der Beckenboden- bzw. Potenzmuskulatur eine Rolle spielen. Auch strukturelle Veränderungen des Schwellkörpergewebes oder stoffwechselbedingte Einflüsse kommen als Auslöser infrage.
Vor diesem Hintergrund ist die Vakuumpumpentherapie in den meisten Fällen nicht als alleinige Lösung zu betrachten, sondern als ergänzender Bestandteil eines individuell abgestimmten Behandlungskonzepts. Welche therapeutischen Maßnahmen sinnvoll sind, hängt maßgeblich von der zuvor erhobenen Diagnose ab.
Die allerneusten Untersuchungen haben gezeigt, dass für ein gezieltes, individuelles und effektives Vakuumpumpentraining eine elektrische Pumpe verwendet werden soll. Diese baut langsam und kontinuierlich einen Unterduck auf, der für das Training essentiell ist. Ein beim Professor-Sommer-Team klinisch erprobtes, wirksames und einfach anzuwendendes Gerät finden Sie bei Lancy-Elektromedizin.
Kosten
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Falls ein Arzt die Penispumpe verordnet, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die für das medizinisch anerkannte Hilfsmittel anfallenden Kosten. Privatversicherte tun gut daran, eine etwaige Kostenübernahme mit ihrer Krankenkasse vorab abzuklären. Die Auswahl der am Markt erhältlichen Vakuumpumpen ist zugegebenermaßen recht groß. Der behandelnde Arzt wird darüber Auskunft geben können, welchem Modell der Vorzug gegeben werden sollte.
Notfälle & Warnsignale
Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?
Sollten unerwünschte Nebenwirkungen auftreten, solltest du einen Arzt aufsuchen. Generell schädlich ist der Einsatz einer Erektionspumpe nicht. Allerdings sollte der Mann bei der Anwendung intensiv auf seinen Körper hören: Treten Schmerzen auf, weil Sie möglicherweise zu schnell pumpen oder andere Hautteile als der Penis mit in den Zylinder gezogen werden, oder fühlt sich die Anwendung in irgendeiner Weise unangenehm an, dann sollte mit dem Training unverzüglich aufgehört werden. Gefährlich kann es nur werden, wenn man es übertreibt oder gänzlich unsachgemäß mit der Pumpe umgeht.





