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Yohimbin bei Potenzstörungen

4 min Lesezeit • Von Prof. Dr. med. Frank Sommer • Medizinische Prüfung: Prof. Dr. med. Frank Sommer • Aktualisiert am 5. Juli 2026

Kurz zusammengefasst

Yohimbe ist ein pflanzliches Mittel, das aus der Rinde des afrikanischen Yohimbe-Baumes (Pausinystalia yohimbe) gewonnen wird. Der enthaltene Wirkstoff Yohimbin wirkt stimulierend auf das zentrale Nervensystem. Er erweitert die Blutgefäße und erhöht den Adrenalinspiegel im Körper. Die Liste möglicher Nebenwirkungen ist jedoch lang. Dazu zählen Herzrasen, Bluthochdruck, innere Unruhe, Angstzustände oder Panikattacken, Schlafstörungen, Zittern und vermehrtes Schwitzen.

Überblick

Yohimbin ist ein pflanzlicher Wirkstoff, der aus der Rinde des in Westafrika beheimateten Yohimbebaums (Pausinystalia yohimbe) gewonnen wird. Er wird als natürliches Potenzmittel eingesetzt und wirkt über eine Blockade von Alpha-2-Adrenozeptoren, wodurch die Durchblutung gefördert und die sexuelle Erregbarkeit beeinflusst werden kann.

Woher stammt Yohimbin?

Der im tropischen Westafrika zu findende Baum Yohimbe ist sehr schön anzuschauen: Er ist das ganze Jahr grün, verfügt über eine graubraune, fast rötlichbraune Rinde und wird bis zu stattliche 30 Meter hoch. Die Menschen im dortigen Kamerun und Kongogebiet waren seit jeher – nicht zuletzt aus Mangel an Medikamenten – eher volksheilkundlich unterwegs und haben aus der Yohimbe-Rinde ein Extrakt mit aphrodisierender Wirkung gewonnen.

Wann sollte man Yohimbin einnehmen?

  • Erektionsstörung: Yohimbin ist eine Option, um trotz einer (leichten) erektilen Dysfunktion überhaupt Sex haben zu können.
  • Libido: Der pflanzliche Wirkstoff mit dem afrikanischen Ursprung kann auch Männern helfen, die zu spät zur Ejakulation kommen oder über Libidostörungen klagen.
  • Abnehmen: Aus medizinischer Sicht sehr fraglich ist der Einsatz von Yohimbin im Rahmen der Sportlerernährung. Die Werbung verspricht, dass diverse Produkte, die auch Yohimbin enthalten, vor allem bei der Fettverbrennung an den sogenannten Problemzonen angeblich wahre Wunderdinge bewirken können und außerdem das Wachstum und den Aufbau der Muskeln unterstützen.
  • Angst: Das Spannende an Yohimbin ist, dass es zudem auch noch eine Wirkung im zentralen Nervensystem zeigt. Weil es psychoaktive Substanzen enthält, die im Gehirn Noradrenalin freisetzen, kann es helfen, mögliche Versagensängste zu reduzieren. Versagensängste treten bei Männern, die von Erektionsproblemen betroffen sind, sehr häufig auf. In diesem Zusammenhang muss aber betont werden, dass Yohimbin nur dann eine Hilfe darstellen kann, wenn die erektile Dysfunktion nur leicht ausgeprägt ist oder vielleicht sowieso lediglich seelisch bedingt ist. Wenn eine schwere organische erektile Dysfunktion vorliegt, kann Yohimbin kaum helfen.
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Wirkung

Wie wirkt Yohimbin?

Das Yohimbin genannte Extrakt hat nicht nur Auswirkungen auf die Blutgefäße im männlichen Glied, sondern enthält auch psychoaktive Substanzen, die im Zusammenhang mit sexuellen Aktivitäten eine nicht zu unterschätzende Bedeutung haben. Als auch die westliche Welt von dieser besonderen Pflanze Notiz nahm, wurde Yohimbin zu einem der ersten Potenzmittel überhaupt, noch lange bevor die Pharmaindustrie Ende der 1990er Jahre mit Viagra den ersten PDE-5-Blocker entwickelte.

Heute gibt es Yohimbin unter sehr vielen Produktnamen als Kapseln oder Tabletten zu kaufen. Es setzt sowohl zentral als auch peripher an. Dazu muss man wissen, dass sich in der glatten Muskulatur von Blutgefäßen sogenannte Alpha-2-Rezeptoren befinden. Yohimbin blockt diese auch im Schwellkörper vorkommenden Alpha2-Rezeptoren und sorgt auf diese Weise für eine Erweiterung der Gefäße. Dies ermöglicht dann die verstärkte Blutzufuhr in den Penis, durch die eine Erektion möglich wird.

Wie lange wirkt Yohimbin?

Aufgrund der Tatsache, dass es sich dank seiner pflanzlichen Herkunft wieder schnell vom Körper abbauen lässt hat Yohimbin nur eine Wirkungsdauer von etwa zwei Stunden.

Dosierung

Welche Dosis ist die richtige?

Ein Nachteil von Yohimbin ist – abseits der möglichen Nebenwirkungen – die schwierige Dosierung. Die empfohlene Dosierung liegt bei 0,2 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Yohimbin gibt es zumeist in Tabletten- oder Kapselform zu jeweils 2,5 Milligramm – deshalb heißt es rechnen und vorsichtig ausprobieren. Keinesfalls sollte mit einer zu hohen Dosis angefangen werden.

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Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Yohimbin auftreten?

Grundsätzlich muss beachtet werden, dass mit Yohimbin auch ein bestimmtes Enzym in der Leber geblockt wird, das die wichtige Aufgabe hat, giftiger Substanzen abzubauen. Deshalb sollte nach der Einnahme und während der Wirkungszeit von Yohimbin auf Alkohol sowie bestimmte Lebensmittel verzichtet werden. Ungeeignet in der Kombination mit Yohimbin sind zum Beispiel bestimmte Obstsorten (Ananas, Bananen), aber auch Sauerkraut und Schokolade.

Bei maximal jedem Zehnten, der Yohimbin einnimmt, kann es in der Folge zu Unruhe, Schlafproblemen, leichter Reizbarkeit sowie Kopfschmerzen und Übelkeit kommen. Weil Yohimbin auch eine anregende Wirkung auf das Hormon Adrenalin hat, kann es bereits in den ersten Stunden nach der Einnahme zu einem erhöhten Blutdruck, leichtem Herzrasen sowie Schwindel und Zittern kommen. Speziell diese Nebenwirkungen können aber durch eine niedrigere Dosierung minimiert werden.

Wer eine zu hohe Dosis Yohimin zu sich nimmt, kann eine Dauererektion riskieren. Diese mag im Zusammenhang mit dem Wunsch nach einem erfüllten Sexleben zunächst verlockend klingen, ist aber in Wahrheit krankhaft und bereitet große Schmerzen.

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