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Viagra gegen Erektionsstörungen

14 min Lesezeit • Von Prof. Dr. med. Frank Sommer • Medizinische Prüfung: Prof. Dr. med. Frank Sommer • Aktualisiert am 1. Juli 2026

Kurz zusammengefasst

Viagra (Sildenafil) ist ein Medikament, dass zur Behandlung von Erektionsstörungen eingesetzt wird. Viagra verbessert die Durchblutung des Penis, nach sexueller Stimulation. Viagra wirkt zwischen 30 min und 4h nach der Einnahme. Auch wenn die Einnahme relativ sicher ist, können Nebenwirkungen auftreten. Besonders gefährlich ist eine anhaltende schmerzhafte Erektion, die soft ärztlich abgeklärt werden sollte. Viagra kann nicht mit allen Medikamenten kombiniert werden. Insbesondere die Herzmedikamente Nitrate können in der Kombination mit Viagra sehr gefährlich sein.

Überblick

Was ist Viagra?

Viagra (Sildenafil) wird zur Behandlung von Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) angewendet. Viagra enthält den Wirkstoff Sildenafil und gehört zu einer Gruppe von Medikamenten, die als PDE5-Hemmer bzw. PDE5-Inhibitoren bezeichnet werden.

Wenn ein Mann sexuell erregt ist, wird normalerweise die Durchblutung im Penis gesteigert. Dafür gibt der Körper im Schwellkörper des Penis einen Botenstoff (NO) frei, der die Blutgefäße weitet und den Bluteinstrom erhöht. Damit die Erregung nach dem Sex wieder nachlässt, baut ein Enzym (cGMP) diesen Botenstoff wieder ab. Sildenafil hemmt genau dieses Enzym und verlängert so die natürliche Reaktion des Körpers.

Vor diesem Hintergrund braucht Sildenafil immer eine sexuelle Stimulation, um seine Wirkung zu entfalten. Das Medikament löst keine spontane Erektion aus, sondern unterstützt den Körper nur dabei, auf Erregung zu reagieren und diese Reaktion aufrechtzuerhalten.

Neben der akuten Wirkung auf die Erektion zeigen neuere Studien, dass Sildenafil auch die Funktion der Blutgefäße verbessern und die Sauerstoffversorgung des Gewebes erhöhen kann. Dadurch könnte es langfristig einen positiven Einfluss auf die Struktur des Schwellkörpers haben.

Vor der Einnahme

Kann man eine Allergie gegen Viagra haben?

Allergische Reaktionen auf Viagra sind sehr selten, aber nicht ganz ausgeschlossen. Man muss auch nicht unbedingt gegen den Wirkstoff Sildenafil eine Allergie haben, um eine allergische Reaktion auf Viagra zu erleben, denn dieser wird mit bestimmten Zusätzen wie Laktose, Farbstoffen oder anderen Zusätzten zum Medikament verarbeitet. Manchmal reagiert der Körper auch auf diese Zusätzte. Eine Allergie kann sich durch einen Hautausschlag, Juckreiz oder Schwellungen in Gesicht oder Lippen bemerkbar machen. In seltenen, aber bedrohlichen Fällen entsteht Atemnot. Beim auftreten dieser Symptome sollte man sich natürlich sofort notfallmäßig ärztlich vorstellen. Um dieses Ereignis aber zu vermeiden, sollte man vor der Einnahme offen mit dem Arzt über alle bekannten Allergien sprechen. Auch wenn man glaubt, dass die bekannten Allergien keinen Zusammenhang zu Viagra haben, ist es wichtig dem Arzt dieses mitzuteilen, da er daraus entsprechende Rückschlüsse machen kann.

Mit welchen Medikamenten sollte Viagra nicht kombiniert werden?

Medikamente können sich gegenseitig beeinflussen und Wechselwirkungen verursachen. Diese können die Wirkungsdauer, den Wirkungseintritt oder das Risiko für Nebenwirkungen betreffen.

Viagra sollte niemals zusammen mit Nitraten eingenommen werden darf. Nitrate werden unter anderem bei Herzerkrankungen eingesetzt, etwa als Nitroglyzerin-Spray bei Brustenge. Auch sogenannte Poppers, die Nitrite enthalten, gehören dazu. Die Kombination kann den Blutdruck so stark absenken, dass lebensgefährliche Situationen entstehen können. Wer blutdrucksenkende Medikamente einnimmt, insbesondere sogenannte Alpha-Blocker, sollte ebenfalls vorsichtig sein, da sich die Blutdrucksenkung verstärken kann.

Für den Abbau von Viagra ist ein spezielles Enzym verantwortlich. Dieses heißt CYP3A-4. Nehmen Viagra baut, dieses Enzym aber noch andere Medikamente ab. Da dieses Enzym, wenn es viele Medikamente abbaut ganz schön beschäftigt sein kann, führt dieses zu einer längeren und stärken Wirkung von beiden Medikamenten. Dieses kann abhängig vom Menschen und vom Medikament sehr gefährlich sein, sodass die Anwendung von Viagra, wenn man eines der folgenden Medikamente nimmt grundsätzlich nicht empfohlen wird und die Chancen und Risiken individuell mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden müssen.

Zu diesen Medikamenten zählen unter anderem:

  • Clarithromycin
  • Erythromycin
  • Ketoconazol
  • Itraconazol
  • Fluvoxamin
  • Nefazodon
  • Verapamil
  • Diltiazem
  • Cimetidin
  • HIV Medikamente (vor allem Ritonavir)

Auch Nahrungsmittel können auf dieses Enzym wirken. Bei gleichzeitigem Konsum von Grapefruit-Saft ist die Wirkung von Viagra stärker und länger.

Bei welchen Erkrankungen, sollte man kein Viagra einnehmen?

Wenn bestimmte Erkrankungen vorliegen, kann die Einnahme von Viagra gefährlich sein. Sie sollten daher unbedingt im Gespräch mit Ihrem Arzt diesen auf alle Erkrankungen hinweisen, damit Sie gemeinsam das Risiko einschätzten können.

Männer mit bestimmten Bluterkrankungen wie Sichelzellkrankheit haben ein erhöhtes Risiko für einen eine schmerzhafte Dauererektion (Priapismus) nach der Einnahme von Viagra.

Darüber hinaus sollte Sildenafil nicht eingenommen werden, wenn sexuelle Aktivität aufgrund einer Herzerkrankung ärztlich nicht empfohlen wird. Das gilt zum Beispiel nach einem kürzlichen Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei schwerer Herzinsuffizienz oder bei unkontrolliert hohem oder sehr niedrigem Blutdruck. Bei stabilen Herzpatienten, die ärztlich freigegeben sind, gilt Sildenafil nach aktuellem Wissensstand als sicher.

Wie wirkt sich Viagra auf meine Gesundheit aus?

Aktuelle Studien zeigen, dass PDE5-Hemmer wie Sildenafil nicht nur sicher für das Herz sind, sondern möglicherweise sogar kardiovaskuläre Vorteile haben. Die frühere Annahme, dass diese Medikamente das Herz belasten, gilt heute als überholt. Kardiovaskuläre Ereignisse im Zusammenhang mit Sexualität sind selten und werden meist durch die körperliche Belastung ausgelöst – nicht durch das Medikament selbst.

Die wichtigste Erkenntnis ist, dass PDE5-Hemmer nicht nur sicher sind, sondern möglicherweise auch positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System haben. Große Studien mit über einer Million Patienten zeigen, dass die Einnahme von PDE5-Hemmern mit einem geringeren Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) verbunden ist. Dazu zählen Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulärer Tod.

Aktuelle Daten deuten zudem darauf hin, dass Männer, die PDE5-Hemmer einnehmen, eine niedrigere Gesamtsterblichkeit aufweisen. Dies könnte auf positive Effekte auf die Gefäßfunktion und die Durchblutung zurückzuführen sein.

Studien zeigen darüber hinaus, dass PDE5-Hemmer auch bei Herzinsuffizienz positive Effekte haben können. Sie sind zwar nicht offiziell zur Behandlung der Herzschwäche zugelassen, zeigen jedoch in Studien günstige Auswirkungen auf die Herzfunktion.

PDE5-Hemmer fördern die Gefäßerweiterung und verbessern dadurch die Durchblutung. Im Gehirn kann dies zu besserer Perfusion, erhöhter Gefäßreaktivität und einer möglichen neuroprotektiven Wirkung führen. Experimentelle Studien zeigen, dass PDE5-Hemmer die Durchblutung des Gehirns verbessern und möglicherweise die Schädigung nach einem Schlaganfall reduzieren können. Diese Ergebnisse sind vielversprechend, befinden sich jedoch noch in der wissenschaftlichen Weiterentwicklung.

Wirkung

Wie schnell wirkt Viagra?

Die meisten Männer nehmen Sildenafil etwa eine Stunde vor der geplanten sexuellen Aktivität ein. Grundsätzlich ist die Einnahme zwischen 30 Minuten und 4 Stunden vorher möglich.

Wenn Sildenafil nüchtern eingenommen wird, gelangt es vergleichsweise schnell ins Blut. Die höchste Wirkstoffkonzentration wird nach etwa einer Stunde erreicht. Manche Männer bemerken die Wirkung früher, in Studien reagierten einige bereits nach etwa 13 Minuten.

Eine fettreiche Mahlzeit kurz vor der Einnahme kann den Wirkungseintritt um durchschnittlich eine Stunde verzögern. Die Gesamtwirksamkeit leidet darunter kaum, aber der Zeitpunkt verschiebt sich spürbar. Wer schnell eine Wirkung erwartet, sollte Sildenafil besser nüchtern oder nach einer leichten Mahlzeit einnehmen.

Neben klassischen Tabletten stehen heute zunehmend neue Darreichungsformen wie Schmelzfilme oder Sprays zur Verfügung. Diese können die Aufnahme des Wirkstoffs beeinflussen und zu einer gleichmäßigeren oder schnelleren Wirkung beitragen.

Wie lange hält die Wirkung von Viagra an?

Wie lange Sildenafil wirkt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Sildenafil wird hauptsächlich in der Leber abgebaut und über den Stuhl sowie zu einem kleineren Teil über den Urin ausgeschieden. Bei Lebererkrankungen, schwerer Niereninsuffizienz und im höheren Alter läuft dieser Prozess langsamer ab.

Bei den meisten Männern ist nach etwas über einer Stunden ist die Konzentration im Blut am höchsten, danach lässt sie schrittweise nach. Gleichzeitig zeigen Studien, dass bei einem Teil der Männer eine Wirkung deutlich länger bestehen kann. In einer großen Studie sprachen nach acht Stunden noch rund 82 % der Männer von einer Wirkung. Nach zwölf Stunden waren es immerhin noch etwa 45 %.

Eine Wirkdauer von bis zu zwölf Stunden bedeutet dabei nicht, dass der Penis dauerhaft erigiert bleibt. Es bedeutet, dass innerhalb dieses Zeitraums bei sexueller Stimulation die Wahrscheinlichkeit für eine ausreichende Erektion erhöht ist.

Wirkt Viagra schon bei der ersten Einnahme?

In einer großen Beobachtungsstudie erlebten knapp 59 % der Männer beim allerersten Versuch eine ausreichende Erektion. Auffällig ist dabei, dass sich über 90 % der Misserfolge beim ersten Versuch auf Anwendungsfehler zurückführen ließen. Häufige Ursachen waren ein zu kurzer Vorlauf, fehlende sexuelle Stimulation oder eine zu niedrige Dosis.

Ein schwächeres Ansprechen beim ersten Mal ist außerdem wahrscheinlicher bei Diabetes, Herzerkrankungen oder nach bestimmten Operationen. Leitlinien empfehlen daher ausdrücklich, nicht nach ein oder zwei Versuchen aufzugeben, sondern man wird als sogenannter Sildenafil-Non-Responder (Bezeichnung für einen Mann, der auf Viagra nicht anspricht) erst eingestuft, wenn man mindestens 8 nicht erfolgreiche Versuche hintereinander hatte.

Wirkt Viagra bei jedem gleich gut?

Die Wirkung von Viagra ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Dass Viagra (Sildenafil) nicht wirkt, ist häufiger, als viele denken. Mögliche Ursachen für eine unzureichende Wirkung sind:

  • Falsche Anwendung: Viagra wirkt nur bei sexueller Stimulation. Ohne Erregung bleibt die Wirkung aus, da das Medikament lediglich die natürliche Reaktion des Körpers unterstützt, aber keine Erektion „erzwingt“.
  • Einnahmezeitpunkt: Wird Sildenafil zu spät eingenommen oder kurz nach einer fettreichen Mahlzeit, kann sich der Wirkungseintritt deutlich verzögern. Viele Patienten erwarten dann eine Wirkung, bevor der Wirkstoff überhaupt ausreichend im Blut angekommen ist.
  • Zu niedrige Dosierung: Studien zeigen, dass viele Männer nie die maximale empfohlene Dosis ausprobiert haben, obwohl diese notwendig sein kann, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen.
  • Vorerkrankungen: Besonders bei Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder nach Operationen im Beckenbereich ist das Ansprechen oft reduziert, da Gefäße oder Nerven betroffen sind.
  • Testosteronmangel: Bei einem Testosteronmangel spricht der Körper schlechter auf PDE5-Hemmer an.
  • Psychische Faktoren: Stress, Leistungsdruck oder Versagensangst können die Wirkung erheblich beeinträchtigen, selbst wenn das Medikament korrekt eingenommen wurde.

Anwendung

Gibt es neben Tabletten noch andere Anwendungsformen?

Sildenafil ist den meisten Patienten als klassische Tablette bekannt. Diese hat jedoch gewisse Einschränkungen: Ihre Wirkung kann durch Nahrung, Verdauung und den individuellen Stoffwechsel beeinflusst werden. Deshalb wurden neue Darreichungsformen wie Schmelzfilme und Sprays entwickelt. Alle Darreichungsformen enthalten denselben Wirkstoff und wirken auf die gleiche Weise – der Unterschied liegt nur in der Art der Aufnahme. Einige neue Produkte sind bereits zugelassen, andere befinden sich noch in der Entwicklung (Stand: April 2026). Ihr behandelnder Arzt oder Ihre Apotheke beraten Sie gerne über die verfügbaren Optionen.

Diese neuen Formen werden über die Mundschleimhaut aufgenommen und gelangen so direkt in den Blutkreislauf Da sie den Umweg über Magen und Leber umgehen, wird die Wirkung weniger durch Nahrung beeinflusst und ist insgesamt besser vorhersehbar.

  • Schmelzfilme sind dünne Streifen, die sich im Mund auflösen. Zur Anwendung wird der Film einfach auf die Zunge oder unter die Zunge gelegt, wo er sich innerhalb weniger Sekunden auflöst. Sie bieten eine gleichmäßige Wirkstoffaufnahme, gute Dosiskontrolle und lassen sich diskret ohne Wasser einnehmen.
  • Sprays können einen besonders schnellen Wirkungseintritt ermöglichen, erfordern dafür aber eine sorgfältige Anwendung. Das Spray wird dabei mit einem oder mehreren Sprühstößen unter die Zunge oder auf die Wangenschleimhaut gesprüht.

Kann man Viagra täglich einnehmen?

Die tägliche Einnahme von PDE5-Hemmern, führt dazu, dass die Wirkung jederzeit verfügbar ist.

Dadurch entfällt die Unsicherheit, ob das Medikament rechtzeitig wirkt oder ausreichend stark ist. Viele Männer erleben dadurch weniger Versagensangst, mehr Selbstvertrauen und entspanntere Sexualität. Studien zeigen, dass sich klassische Messwerte wie sexuelle Zufriedenheit, Libido oder Orgasmusfähigkeit zwischen täglicher Einnahme und Bedarfseinnahme nicht signifikant unterscheiden. Aber auch wenn die objektiven Unterschiede gering sind, scheinen die subjektiven jedoch oft relevant. Spontaneität ist dabei ein zentraler Faktor für die Zufriedenheit mit der Behandlung. Studien zeigen, dass Männer unter kontinuierlicher Einnahme Sexualität spontaner erleben, während bei Bedarfseinnahme häufiger ein „Zeitdruck“ entsteht.Aufgrund des längeren Wirkungsfensters bevorzugen viele Experten für die tägliche Anwendung jedoch den PDE5-Hemmer Cialis (Tadalafil).

Soll ich Viagra (Sildenafil) mit oder ohne Essen einnehmen?

Sildenafil kann sowohl mit als auch ohne Essen eingenommen werden. Für den schnellstmöglichen Wirkungseintritt ist die Einnahme nüchtern oder nach einer leichten Mahlzeit am günstigsten. Eine fettreiche Mahlzeit verzögert den Wirkungseintritt um durchschnittlich eine Stunde und senkt die maximale Wirkstoffkonzentration im Blut um rund 29 %. Die Gesamtwirksamkeit bleibt davon weitgehend unberührt, aber wer schnell eine Wirkung erwartet, sollte das im Hinterkopf behalten.

Grapefruitsaft bildet eine besondere Ausnahme und sollte nicht zusammen mit Sildenafil getrunken werden. Er verändert die Wirkung von Sildenafil auf unvorhersehbare Weise und kann dazu führen, dass mehr Sildenafil im Blut verbleibt als beabsichtigt.

Kann man Viagra nach einer Prostata-Operation bei Prostatakrebs einsetzten?

Ja, PDE5-Hemmer werden häufig eingesetzt, um die Durchblutung zu fördern und die Erholung der Erektion zu unterstützen. In vielen Fällen kann sich diese teilweise oder vollständig nach Monaten bis Jahren erholen. Bei der Operation können die feinen Nerven verletzt werden, die die Durchblutung und Erektion steuern. Ohne regelmäßige Durchblutung mit entsprechend hoher Sauerstoffversorgung des Penisgewebes kann es im Schwellkörper zu strukturellen Veränderungen kommen. Eine frühe Therapie hilft, das Gewebe zu erhalten und die langfristigen Chancen auf eine Erholung zu verbessern. PDE5-Hemmer wie Viagra werden daher häufig eingesetzt, um die Durchblutung zu fördern und damit die Erholung der Erektion zu unterstützen.

Was macht man, wenn Viagra nicht wirkt?

Wenn Viagra nicht wie gewünscht wirkt, gibt es mehrere effektive Schritte, mit denen sich die Situation oft deutlich verbessern lässt. Ein wichtiger Punkt ist auch die Geduld. Leitlinien empfehlen, das Medikament nicht nach ein oder zwei Versuchen abzuschreiben. Häufig verbessert sich die Wirkung erst nach mehreren Anwendungen.

Um die größte Wahrscheinlichkeit zu erzielen, dass das Medikament optimal wirkt, sollte es unter optimalen Bedingungen eingenommen werden. Es sollte mit ausreichendem Abstand zur "geplanten" Erektion eingenommen werden. Das ist in der Regel etwa 30-60 Minuten davor. Das Medikament sollte möglichst nüchtern oder nach nur einer leichten Mahlzeit eingenommen werden. Voraussetzung für die Wirkung ist natürlich auch eine Vorhandene sexuelle Stimulation.

Falls auch unter diesen Bedingungen die Wirkung unzureichend bleibt, kann eine Anpassung der Dosis sinnvoll sein. Viele Männer profitieren erst bei der maximalen Dosis ausreichend.

Wenn Sildenafil nicht ausreichend wirkt, kann auch ein Wechsel auf einen anderen Wirkstoff innerhalb der gleichen Medikamentengruppe sinnvoll sein, da sich Wirkdauer und individuelle Verträglichkeit unterscheiden.

In moderneren Behandlungskonzepten wird zudem häufig eine Kombinationstherapie eingesetzt, mit Verfahren, um die Durchblutung und Gewebefunktion zu verbessern.

Dosierung

Was ist die richtige Dosis?

Die richtige Dosierung ist entscheidend für den Therapieerfolg. Eine zu niedrige Dosis kann dazu führen, dass das Medikament nicht ausreichend wirkt. Auf der anderen Seite: Desto höher die Dosis desto wahrscheinlicher treten Nebenwirkungen aus. Die Standarddosis beträgt 50 mg, sie kann aber je nach Wirkung und Verträglichkeit auf 25 mg gesenkt oder auf 100 mg erhöht werden. In Studien verbesserten sich die Ergebnisse mit steigender Dosis deutlich, allerdings nahmen auch die Nebenwirkungen zu. Bei Männern über 65 Jahren sowie bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion verweilt der Wirkstoff länger im Körper. Das kann die Wirkung verstärken, erhöht aber auch das Risiko für Nebenwirkungen. In diesen Fällen empfiehlt sich eine Startdosis von 25 mg.

Nebenwirkung

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Viagra auftreten?

Wie alle Medikamente kann auch Sildenafil Nebenwirkungen verursachen. Die häufigsten sind in der Regel mild und verschwinden von selbst wieder. Kopfschmerzen sind die am häufigsten berichtete Nebenwirkung und betreffen je nach Studie etwa 13 bis 16 % der Anwender. Dazu können Gesichtsrötungen, ein Wärmegefühl im Gesicht, Verdauungsbeschwerden oder eine verstopfte Nase kommen. Manche Männer berichten außerdem über vorübergehende Sehstörungen wie einen leichten Blau- oder Grünstich, Lichtempfindlichkeit oder verschwommenes Sehen. Das hängt damit zusammen, dass Sildenafil ein verwandtes Enzym in der Netzhaut leicht beeinflusst und geht nach dem Abklingen der Wirkung in der Regel von selbst wieder weg. Seltene, aber ernste Nebenwirkungen sind eine Erektion, die länger als vier Stunden anhält und schmerzhaft wird, sowie plötzlicher Sehverlust oder plötzlicher Hörverlust. Bei diesen Beschwerden sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Seltene Nebenwirkungen sind unter anderem:

  • Schwindel oder Benommenheit
  • Herzrasen oder Herzklopfen (Palpitationen)
  • Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • Nasenbluten (Epistaxis)
  • Mundtrockenheit
  • Muskelschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Hautausschlag oder Hautrötungen
  • Übelkeit
  • Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust
  • Schlaflosigkeit
  • Tinnitus (Ohrgeräusche)
  • Harnwegsinfektionen
  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut
  • Augenreizung oder tränende Augen
  • Schwellungen der Nasenschleimhäute
  • Parästhesien (Kribbeln oder Taubheitsgefühl)
  • Dyspnoe (Atemnot)
  • Sodbrennen
  • Angstgefühle oder Unruhezustände

Können Nebenwirkungen bei meinem Partner auftreten, wenn ich Viagra nehme?

Nein. Das Medikament bleibt nur im eigenen Körper und befindet sich nicht im Sperma. Lediglich sexuell übertragbare Krankheiten können auf einen Partner übertragen werden, wenn man nicht zusätzlich auch an eine optimale Verhütung denkt.

Kosten

Werden die Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen?

Die Kosten für Viagra werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn sie für eine Erektionsstörung eingesetzt werden. Das gilt auch nach einer Prostataoperation. Wenn das Medikament zur Behandlung von Lungenhochdruck oder einer gutartigen Prostatavergrößerung eingesetzt wird, werden die Kosten

Da das Medikament täglich eingenommen wird, summieren sich die Ausgaben über den Monat deutlich stärker als bei gelegentlicher Anwendung.

Wie hoch sind die Kosten für Viagra?

Der Preis pro Tablette liegt beim orginalen Viagra der Firma Pfizer bei bei 8–16 € (25 mg), 10–18 € (50 mg) und 12–20 € (100 mg). Eine 12er-Packung Viagra 100 mg kostet durchschnittlich rund 185 €, die 50-mg-Variante etwa 144 €. Deutlich günstiger sind sogenannte Generika. Das sind Medikamente mit dem gleichen Wirkstoff, die aber nicht von der Firma Phizer produziert werden. Hier liegen die Kosten bei etwa 7,50–12,50 € pro Tablette.