Genitalherpes beim Mann (Herpes genitalis)
Kurz zusammengefasst
Genitalherpes beim Mann wird durch das Herpes-simplex-Virus verursacht und äußert sich in schmerzhaften Bläschen an Eichel, Vorhaut oder Penisschaft. Viele Männer tragen das Virus unwissentlich in sich und stecken Partner an, ohne Symptome zu zeigen. Das Virus bleibt lebenslang im Körper, lässt sich aber mit Medikamenten gut behandeln.
Überblick
Was ist Genitalherpes?
Mit Herpes bringen die meisten Männer kleine Bläschen in Verbindung, die vor allem an der Lippe auftreten (Lippenherpes). Was viele Männer jedoch nicht wissen: Auslöser auch von Lippenherpes sind Herpes-simplex-Viren (HSV), die wiederum in zwei Typen unterteilt werden können. Während HSV1 vor allem Infektionen oberhalb der Gürtellinie – wie beispielsweise an der Lippe – verursacht, treibt HSV2 speziell im Genitalbereich sein Unwesen. Alle dort auftretenden Herpes-Formen werden Herpes genitalis genannt.
Wie häufig ist Genitalherpes beim Mann?
Fast jeder Erwachsene trägt – meistens völlig unbewusst – Herpes-simplex-Viren in sich. Beim Typ HSV2 dürfte es Schätzungen zufolge mindestens jeder zehnte Erwachsene sein. Bei bis zu einem Drittel dieser Betroffenen ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es immer wieder zu einem Ausbruch kommt.
Symptome
Welche Symptome hat Genitalherpes beim Mann?
Genitalherpes macht sich beim Mann zunächst durch einen unangenehmen Juckreiz im Genitalbereich bemerkbar. Außerdem schwellen häufig die dortigen Lymphknoten an. Gefährlich ist vor allem die eitrige Flüssigkeit, die sich in den Herpes-Bläschen befindet. Platzen die Bläschen und tritt diese Flüssigkeit aus, kann dadurch eine schmerzhafte Entzündung im Genitalbereich ausgelöst werden. Besonders anfällig sind dafür die Eichel (Eichelentzündung/Balanitis), die Vorhaut und der Penisschaft. Auch der Hodensack sowie der Analbereich können betroffen sein.
Was ist der Unterschied zwischen Erstausbruch und Rezidiv?
Beim ersten Ausbruch sind die Beschwerden in der Regel am stärksten. Ohne Behandlung kann die erste aktive Phase bis zu 20 Tage andauern. Bei späteren Ausbrüchen – sogenannten Rezidiven – sind die Symptome meist milder und kürzer. Die Intensität der Ausbrüche nimmt mit der Zeit in der Regel ab.
Kann Genitalherpes ohne Symptome verlaufen?
Ja – und das macht die Erkrankung besonders tückisch. Sobald eine Infektion erfolgt ist, bleiben die Viren ein Leben lang im Körper. Das bedeutet aber nicht, dass es unweigerlich zu Symptomen kommen muss. Oft treten diese nur in ganz bestimmten Situationen auf – etwa bei Stress, einem geschwächten Immunsystem oder in Kombination mit einer anderen Geschlechtskrankheit. Viele Männer stecken ihre Sexpartner an, ohne es selbst zu wissen.
Ursachen
Wie steckt man sich mit Genitalherpes an?
Die Herpes-simplex-Viren werden grundsätzlich durch Haut -oder Schleimhautkontakt übertragen. Der Typ HSV2 breitet sich vor allem bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr aus. Oralverkehr kann ein Grund dafür sein, wie der eigentlich bevorzugt im Gesicht angesiedelte Typ HSV1 auch einen Weg in den Genitalbereich findet. Ebenso ist eine Übertragung der Herpes-simplex-Viren über verunreinigte Hände möglich.
Ohnehin spielt auch das Thema Hygiene eine sehr zentrale Rolle bei der Vermeidung einer Infektion. Weil Herpes-simplex-Viren außerhalb des menschlichen Körpers zumindest bis zu 48 Stunden überleben können, ist eine Infizierung auch über Gegenstände beziehungsweise sogar im Einzelfall über bestimmte Textilien möglich. Wer beispielsweise Sexspielzeug verwendet, sollte hier vor und nach jedem Einsatz eine sehr sorgsame Säuberung des jeweiligen Utensils vornehmen. Bei Textilien ist es vor allem die Unterwäsche, von der eine Ansteckungsgefahr ausgeht: Das regelmäßige Waschen beziehungsweise Wechseln sollte eine Selbstverständlichkeit sein, speziell bei Menschen mit wechselnden Sexpartnern.
Als praktisch ausgeschlossen gilt hingegen eine Infektion beim Benutzen einer Toilette.
Risikofaktoren
Welche Risikofaktoren gibt es für Männer?
Besonders anfällig für Herpes sind Menschen, die unmittelbar eine Operation hinter sich haben. Das liegt zum einen daran, dass deren Immunsystem durch den Eingriff noch geschwächt ist. Zum anderen stellt ein Klinikaufenthalt auch immer eine besondere Stresssituation für die Betroffenen dar.
Erfahrungen zeigen zudem, dass sich das Ansteckungsrisiko mit zunehmender Sonneneinstrahlung erhöht. Deshalb sollten nicht zuletzt auch jene Menschen Vorsicht walten lassen (und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen treffen), die Reisen in ferne, tropische Länder unternehmen und dort möglicherweise auch Sexkontakte haben.
Diagnose
Wann sollte ein Mann mit Genitalherpes zum Arzt?
Etwaige Veränderungen im Genitalbereich sollten sehr aufmerksam verfolgt und möglichst zeitnah von einem Arzt begutachtet werden. Treten Bläschen, Juckreiz oder Schmerzen im Intimbereich auf, ist ein Arztbesuch dringend empfohlen – erst recht beim ersten Ausbruch. Dringend abzuraten ist vor jeglichen Formen der Eigenbehandlung. Vor allem sollte die Bläschen nicht einfach aufgestochen werden.
Behandlung
Wie wird Genitalherpes beim Mann behandelt?
Komplett raus aus dem Körper sind Herpes-simplex-Viren nicht zu bekommen. Mit Hilfe von Tabletten (Wirkstoff: Aciclovir und Valaciclovir) oder gegebenenfalls auch Injektionen lassen sich jedoch die Symptome gut eindämmen und somit auch der gesamte Krankheitsverlauf deutlich abschwächen.
Wichtig ist, dass mit einer Therapie möglichst frühzeitig begonnen wird. Deshalb gilt es, etwaige Veränderungen im Genitalbereich sehr aufmerksam zu verfolgen und möglichst zeitnah von einem Arzt begutachten zu lassen. Bricht Genitalherpes besonders stark oder häufig aus, kann auch eine längerfristige Einnahme zur Vorbeugung weiterer Schübe verordnet werden.
Prognose
Wie verläuft Herpes genitalis typischerweise?
Sobald eine Infektion erfolgt ist, bleiben diese Viren ein Leben lang im Körper. Das heißt aber nicht, dass es unweigerlich zu irgendwelchen Symptomen kommen muss. Oft treten diese – in der Regel in Form von kleinen Bläschen – nur in ganz bestimmten Situationen auf. Eine sogenannte Reaktivierung der im Körper schlummernden Herpes-simplex-Viren kann auch in Kombination mit einer anderen Geschlechtserkrankung erfolgen. Aus diesem Grund sollte Herpes beziehungsweise Herpes genitalis keinesfalls unterschätzt werden sowie über längere Zeit unbehandelt bleiben.
Gewisse Vorsichtsmaßnahmen sollten dauerhaft getroffen werden – bestimmte Medikamente sollten immer griffbereit sein, insbesondere auf Reisen in tropische Länder. Die gute Nachricht: Die Intensität der Ausbrüche nimmt bei den meisten Männern mit der Zeit ab.
Komplikationen
Welche Verbindung besteht zwischen Genitalherpes und HIV?
Davon abgesehen, dass eitrige Bläschen im Intimbereich wenig attraktiv sind und auf Sexpartner abstoßend wirken: Wer glaubt, sich mit Herpes auf irgendeine Weise arrangieren zu können, weil die Erkrankung im Idealfall ganz von alleine wieder abklingt, der sollte nicht die Folgen für sein Immunsystem unterschätzen. Denn im unbehandelten Zustand kann Herpes das Immunsystem derart angreifen und schwächen, dass der Körper für weitere (Geschlechts-)Krankheiten anfällig wird. In diesem Zusammenhang ist vor allem eine HIV-Infektion zu nennen, die Aids auslösen kann: Speziell die Schleimhäute werden durch eine (unbehandelte) Herpes-Infektion derart angegriffen und geschwächt, dass sie in Folge dessen anfälliger auch für eine HIV-Infektion werden.
Diese Schwächung der Schleimhäute dauert übrigens selbst dann noch eine gewisse Zeit lang an, selbst wenn die Herpes-Bläschen bereits erfolgreich behandelt und abgeklungen sind. Hier ist also zu Vorsicht geraten.
Vorbeugung
Wie können Männer sich vor Genitalherpes schützen?
Kondome bieten zwar einen großen, allerdings keinen 100-prozentigen Schutz vor Herpes genitalis. Angesichts dessen, dass sich die Viren ja oftmals ohnehin bereits im Körper befinden, ist ein weiter Ansatz die grundsätzliche Stärkung der Abwehrkräfte, um einen Ausbruch der Erkrankung zu vermeiden. Empfohlen sind in diesem Zusammenhang vor allem eine gesunde Ernährung (sehr wichtig ist das in Obst und Gemüse enthaltene Vitamin C!) sowie Sport oder zumindest regelmäßige Bewegung.
Eine bedeutende Rolle spielt auch die Vermeidung von zu viel (Dauer-)Stress im Tagesablauf. Wer lange Zeit sitzend am Schreibtisch verbringt, sollte sich zumindest in der Mittagspause etwas die Beine vertreten - idealerweise an der frischen Luft, perfekt wäre noch Sonnenschein dazu sowie ein Apfel oder eine Banane zum Verzehr.
Doch auch nachts kann auf gewisse Weise etwas für die Gesundheit getan werden: Ausreichend Schlaf wirkt sich nämlich ebenfalls positiv auf das Immunsystem aus.
