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Syphilis

5 min Lesezeit • Von Prof. Dr. med. Frank Sommer • Medizinische Prüfung: Prof. Dr. med. Frank Sommer • Aktualisiert am 15. Apr. 2026

Kurz zusammengefasst

Syphilis ist eine bakterielle Geschlechtskrankheit, die sich durch schmerzlose Geschwüre im Genitalbereich bemerkbar macht. Unbehandelt kann sie Organe, das Nervensystem und lebenswichtige Blutbahnen schädigen. Bei frühzeitiger Diagnose ist sie mit einem Antibiotikum heilbar.

Überblick

Was ist Syphilis?

Syphilis gehört zu den sexuell übertragbaren Krankheiten (STD/STI), bei denen die Übertragung durch Bakterien erfolgt. Bei einer Syphilis-Erkrankung bilden sich zumeist kleine und deshalb oft unterschätzte (oder gar nicht wahrgenommene) Geschwüre am Körper. Werden diese nicht behandelt, breiten sie sich immer weiter aus und können sowohl Organe als auch das Nervensystem schädigen. Schwere chronische Erkrankungen sind deshalb ebenso möglich wie ein geistiger Verfall. Im schlimmsten Fall verursachen die Geschwüre ein Versagen von lebenswichtigen Organen.

Kondome bieten einen guten, aber leider keinen umfassenden Schutz. Vor allem diejenigen, die häufig wechselnde Sexpartner haben, sollten grundsätzlich sehr viel Vorsicht walten lassen und Wert auf Hygiene legen. Die mögliche Bildung von kleinen Geschwüren im Genitalbereich müssen als Alarmsignal sehr ernst genommen und so schnell wie möglich von einem Arzt untersucht werden.

Symptome

Was sind die Symptome bei Syphilis?

Das Tückische an Syphilis ist, dass sich die Krankheit erst bis zu vier Wochen nach der erfolgten Infektion bemerkbar macht. Und selbst dann werden die Symptome oft gar nicht bemerkt, weil sie meistens keine Schmerzen verursachen. Stattdessen kommt es auf der Penisschleimhaut zu kleinen rötlichen Geschwüren. Wer sein „bestes Stück“ nicht regelmäßig inspiziert, kann das leicht übersehen!

Achtung: Eine Infektion, die durch Oralverkehr erfolgt ist, führt zu entsprechenden Geschwüren im Mund; wer Analverkehr praktiziert, sollte entsprechend seinen Anus überprüfen (lassen).

Oft werden die Geschwüre erst dann bemerkt, wenn sie bereits auf eine Größe von mehreren Zentimetern angewachsen sind.

Die Bildung von Geschwüren wird bei Syphilis oft von angeschwollenen Lymphknoten vor allem im Beckenbereich begleitet. Häufig klagen Patienten auch über Gelenkschmerzen und Fieber.

Wer glaubt, Syphilis aussitzen zu können, geht ein lebensgefährliches Risiko ein. Zwar bilden sich die besagten Geschwüre oft nach vier bis sechs Wochen von alleine wieder zurück – doch in einer „zweiten Welle“ kann Syphilis erst recht für massive Beeinträchtigungen sorgen: Praktisch alle Lymphknoten schwellen nach und nach zu. Hinzu kommen rote Flecken, die sich im Laufe der Zeit zu Knötchen entwickeln.

Ohne Behandlung befindet sich der Erreger noch immer im Körper und kann dort sämtliche Organe sowie vor allem auch die lebenswichtigen Blut- und Atemwege befallen. So ist Syphilis auch noch Jahre nach der eigentlichen Infektion in der Lage, für neurologische Störungen (Lähmung, Demenz) zu sorgen, die meistens irreparabel sind.

In einigen Fällen kann Syphilis auch Hautkrebs verursachen.

Ursachen

Wie erfolgt die Übertragung von Syphilis?

In den meisten Fällen wird Syphilis beim ungeschützten Sex (inklusive oral und anal) durch die Schleimhäute übertragen. In selteneren Fällen ist eine Übertragung auch bereits durch Hautkontakt möglich, weshalb speziell bei offenen Wunden erhöhte Vorsicht geboten ist. Auch infizierte Nadeln oder Blutreserven müssen leider immer wieder als Übertragungsherd für Syphilis festgemacht werden.

Risikofaktoren

Wer ist besonders gefährdet an Syphilis zu erkranken?

In Deutschland sind es überwiegend Männer, die an Syphilis erkranken. Der Anteil liegt gegenwärtig bei nahezu 90 Prozent. Die meisten Fälle gab es zuletzt in der Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen zu beklagen.

Statistiken zufolge sind vor allem homosexuelle Männer sehr stark von Syphilis betroffen, und zwar besonders in Großstädten sowie Ballungszentren. Dieser Trend lässt sich übrigens auch in anderen europäischen Ländern beobachten.

Behandlung

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Syphilis?

Wenn Syphilis frühzeitig erkannt wird, lässt es sich mit einem Antibiotikum (meistens Penicillin) heilen.

Die schlechte Nachricht ist: Die Behandlung erfordert Geduld, weil sie mehrere Wochen dauert. Auch alle Sexpartner der vergangenen drei Monate sollten sich untersuchen lassen. Bis der Arzt feststellt, dass die Heilung gelungen ist, muss auf jeglichen Sex verzichtet werden.

Mit Blick darauf, dass Syphilis eine Geschlechtskrankheit ist, die selten ganz alleine daherkommt, sollten sich Betroffene immer auch gleich noch auf weitere mögliche STD/STI untersuchen lassen.

Vorbeugung

Wie lässt sich Syphilis am besten verhindern?

  • Kondome benutzen: „Kondome schützen“ – dieser Leitsatz gilt auch für Syphilis. Einen hundertprozentigen Schutz bieten Kondome allerdings nicht. So kann eine Übertragung beispielsweise auch durch den Kontakt mit nässenden Hautstellen des (Sex-) Partners erfolgen.
  • Hygiene bei Sexspielzeug: Auf eine bestmögliche Hygiene sollte zudem beim eventuellen Einsatz von Sexspielzeug geachtet werden.
  • Wachsamkeit bei Veränderungen: Grundsätzlich ist zum Schutz vor Syphilis – wie bei anderen Geschlechtskrankheiten auch – zu einer erhöhten Wachsamkeit geraten. Es ist wichtig, optische Veränderungen am Körper und speziell im Genitalbereich möglichst frühzeitig zu erkennen. Gemeint sind hier sowohl dauerhafte Rötungen als auch – konkret Syphilis betreffend – das Bilden von Geschwüren.
  • Jährlicher Syphilis-Test: Doch selbst wenn äußerlich alles in Ordnung zu sein scheint: Menschen mit häufig wechselnden Sexpartnern wird nach wie vor empfohlen, sich jährlich einem Syphilis-Test zu unterziehen. Denn es kann gar nicht oft genug wiederholt werden: Je früher Syphilis (oder eine andere Geschlechtskrankheit) erkannt wird, desto besser und schneller kann eine Heilung erfolgen.

Notfälle & Warnsignale

Wann ist Syphilis ein Notfall?

Sobald die Geschwüre ein farbloses Sekret absondern, sollte schleunigst ein Arzt aufgesucht werden. Andernfalls drohen die Geschwüre ins Penisgewebe hineinzuwachsen, was zu einer Zerstörung des Gewebes führen kann oder im schlimmsten Fall sogar zu einer Verstümmelung des Penis.