Fruchtbarkeit testen beim Mann
Kurz zusammengefasst
Wenn ein Kinderwunsch länger unerfüllt bleibt, kann es sinnvoll sein, die Fruchtbarkeit testen zu lassen. Besonders die Untersuchung der männlichen Fruchtbarkeit ist ein wichtiger Schritt bei der Ursachenklärung. Ein Arzt kann mit verschiedenen Tests feststellen, ob ausreichend gesunde und bewegliche Spermien vorhanden sind.
Übersicht
Wann sollte man die Fruchtbarkeit testen lassen?
Bleibt ein Kinderwunsch länger unerfüllt, kann es sinnvoll sein, die Fruchtbarkeit von Mann und Frau ärztlich untersuchen zu lassen. Ein Facharzt kann feststellen, ob körperliche Ursachen vorliegen und welche Untersuchungen sinnvoll sind.
Untersuchungen
Welche Untersuchungen gibt es beim Mann?
Um die Zeugungsfähigkeit des Mannes zu prüfen, können verschiedene Tests durchgeführt werden. Diese Untersuchungen zeigen, ob ausreichend gesunde und bewegliche Spermien vorhanden sind. Dazu gehören unter anderem:
- Tastuntersuchung der Hoden
- Ultraschalluntersuchung der Hoden
- Spermiogramm zur Untersuchung der Spermien
- Untersuchung des Hormonspiegels
- genetische Untersuchungen
- in bestimmten Fällen eine Hodenbiopsie
Welche Untersuchungen gibt es bei der Frau?
Bei der Frau wird geprüft, ob eine Schwangerschaft grundsätzlich möglich ist und ob alle Fortpflanzungsorgane gesund sind. Typische Untersuchungen sind:
- Zyklusanamnese
- Basaltemperaturkurve
- Untersuchung des Hormonspiegels
- Ultraschalluntersuchung von Gebärmutter und Eierstöcken
- Tastuntersuchung
- Gebärmutterspiegelung
- Bauchspiegelung
- Chromopertubation zur Überprüfung der Eileiter
- Kontrastmittelsonografie
Welche Untersuchungen betreffen beide Partner?
Zusätzlich kann der Arzt untersuchen, ob die Samenzellen des Mannes im weiblichen Körper ausreichend beweglich bleiben und eine Befruchtung möglich ist. Dabei wird geprüft, ob die Spermien in den weiblichen Sexualsekreten überleben und zur Eizelle gelangen können.
Behandlung
Wie wird eine eingeschränkte Fruchtbarkeit beim Mann behandelt?
Die Behandlung hängt immer davon ab, welche Ursache für die eingeschränkte Fruchtbarkeit gefunden wird. Mögliche Behandlungen sind:
- Rauchen: Rauchen kann sich deutlich auf die Fruchtbarkeit beim Mann auswirken. Studien zeigen, dass Nikotin und andere Schadstoffe aus Zigaretten die Qualität der Spermien verschlechtern können. Dadurch können weniger Spermien gebildet werden, und ihre Beweglichkeit kann abnehmen. Außerdem kann Rauchen die DNA der Spermien schädigen, was die Chancen auf eine erfolgreiche Befruchtung verringern kann. Da die Bildung neuer Spermien etwa zwei bis drei Monate dauert, können sich positive Veränderungen häufig schon nach einigen Monaten bemerkbar machen. Ein Rauchstopp lohnt sich also nicht nur für die allgemeine Gesundheit, sondern auch für die Zeugungsfähigkeit.
- Ernährung: Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle für die Fruchtbarkeit beim Mann. Der Körper benötigt verschiedene Nährstoffe, um gesunde Spermien zu bilden. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten kann die Spermienproduktion unterstützen. Besonders wichtig sind dabei Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Dazu gehören unter anderem Zink, Selen, Folsäure sowie Vitamin C und Vitamin E. Diese Stoffe können dazu beitragen, die Spermien vor schädlichen Einflüssen zu schützen und ihre Beweglichkeit zu verbessern. Umgekehrt können stark verarbeitete Lebensmittel, viel Zucker, Alkohol oder starkes Übergewicht die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen.
- Medikamente: Wenn hormonelle Störungen, Entzündungen oder Infektionen die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, können Medikamente helfen. Zum Beispiel können Hormone gegeben werden, wenn der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten ist. Bei bakteriellen Infektionen kommen meist Antibiotika zum Einsatz. Ziel der Behandlung ist es, die Spermienproduktion zu verbessern und die Zeugungsfähigkeit zu unterstützen.
- Operation: In einigen Fällen kann eine Operation notwendig sein, um die Fruchtbarkeit zu verbessern. Ein häufiger Grund dafür ist eine sogenannte Krampfader am Hoden (Varikozele). Dabei handelt es sich um erweiterte Venen im Hodensack, die die Durchblutung und die Temperatur im Hoden verändern können. Das kann die Bildung gesunder Spermien beeinträchtigen. Bei einer Operation werden diese erweiterten Venen verschlossen, damit sich die Durchblutung normalisieren kann.
