Termin vereinbaren über Kontaktformular oder +49 151 42044956 anrufen
Start / Krankheitsratgeber

Unfruchtbarkeit beim Mann

4 min Lesezeit • Von Prof. Dr. med. Frank Sommer • Medizinische Prüfung: Prof. Dr. med. Frank Sommer • Aktualisiert am 15. Apr. 2026

Kurz zusammengefasst

Erektionsprobleme, ausbleibende Ejakulation, vorangegangene Vasektomie, Hormonstörungen, Grunderkrankungen oder Rauchen können ursächlich für einen unerfüllten Kinderwunsch sein. Die Therapieoptionen reichen von medikamentösen Therapien bis hin zu operativen Eingriffen.

Überblick

Was ist Unfruchtbarkeit beim Mann?

Von Unfruchtbarkeit spricht man, wenn ein Paar trotz regelmäßigem ungeschütztem Geschlechtsverkehr nach einem Jahr nicht schwanger wird. In etwa der Hälfte der Fälle liegt die Ursache beim Mann. Mediziner sprechen dann von männlicher Infertilität oder Zeugungsunfähigkeit. Die häufigste Ursache ist eine eingeschränkte Spermienqualität. Die Spermien sind dann zu wenige, zu langsam oder zu viele haben eine fehlerhafte Form. In manchen Fällen werden gar keine Spermien produziert.

Wie häufig sind Männer betroffen?

Etwa 15 Prozent aller Paare mit Kinderwunsch sind von Unfruchtbarkeit betroffen. Bei rund der Hälfte dieser Paare liegt die Ursache ganz oder teilweise beim Mann. Männliche Unfruchtbarkeit ist also kein seltenes Problem – und in den meisten Fällen behandelbar.

Ursachen

Welche Ursachen gibt es?

Die Ursachen für männliche Unfruchtbarkeit sind vielfältig. Oft spielen mehrere Faktoren zusammen.

  • Unzureichende Spermienqualität: Ist die Spermienqualität des Mannes unzureichend, gibt es abhängig von der Ursache verschiedene Therapieoptionen. In vielen Fällen ist es ratsam, wenn der Mann zunächst auf Genussgifte verzichtet und seine Ernährungsgewohnheiten verbessert. Auch Stress wirkt sich negativ auf die Spermienqualität aus und sollte bewusst reduziert werden. Hier kann zum Beispiel ein entsprechendes Mentaltraining helfen.
  • Erektionsprobleme: Sind Erektionsprobleme bzw. Impotenz ursächlich für den unerfüllten Kinderwunsch, gibt es eine Reihe an Möglichkeiten, um die Potenz des Mannes zu steigern, so dass er wieder zeugungsfähig wird. Die Therapieoptionen reichen von medikamentösen Therapien über nicht-medikamentöse Therapien bis hin zu operativen Verfahren. Heutzutage muss kein Mann mehr unter Impotenz leiden.
  • Ausbleibende Ejakulation: Bei einem Ausbleiben der Ejakulation (Anejakualtion oder Retrograde Ejakulation) kann zum Beispiel das Ejakulat durch eine Entnahme von Spermien aus dem Hoden oder Nebenhoden gewonnen werden. Dieses wird im Anschluss für eine künstliche Befruchtung aufbereitet.
  • Vorangegangene Vasektomie: Sind Männer aufgrund einer vorangegangenen Vasektomie zeugungsunfähig, lässt sich dies durch eine Refertilisierung wieder rückgängig machen. Es handelt sich hier um eine mikrochirurgische Operation, die mit höchster Präzision durchgeführt wird. Prof. Sommer ist einer der führenden und erfahrensten Ärzte auf diesem Gebiet.
  • Hormonbedingte Zeugungsunfähigkeit: Stellt der Facharzt fest, dass die Zeugungsunfähigkeit primär durch Hormonstörungen hervorgerufen wurde, lässt sich dies sehr gut durch eine medikamentöse Ersatztherapie beheben. Mehr über Hormone und Hormonbehandlungen lesen Sie hier.
  • Krankheitsbedingte Ursachen: Sind die Ursachen für die Zeugungsunfähigkeit krankheitsbedingt, so gilt es in vielen Fällen erst einmal, die Grunderkrankung zu heilen. Operationen kommen zum Beispiel in Frage, wenn blockierte Samenleiter oder eine anormale Lage des Hodens ursächlich für die Zeugungsunfähigkeit sind.
  • Rauchen als Ursache: Auch Rauchen kann einen negativen Einfluss auf die Spermienqualität haben. Mehr erfahren Sie dazu hier.

Diagnose

Welcher Arzt ist zuständig?

Der richtige Ansprechpartner ist ein Urologe oder Androloge. Ein Androloge ist auf die männliche Fortpflanzungsmedizin spezialisiert. Viele Kinderwunschzentren haben Andrologen im Team, die eng mit Gynäkologen zusammenarbeiten.

Wie wird die Ursache festgestellt?

Die Diagnose beginnt mit einem ausführlichen Gespräch über Ihre Krankengeschichte, Lebensgewohnheiten und eventuelle Vorerkrankungen. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung der Geschlechtsorgane.

Die wichtigste Untersuchung ist das Spermiogramm. Dabei wird eine Samenprobe im Labor analysiert. Beurteilt werden die Anzahl der Spermien, ihre Beweglichkeit und ihre Form. Für ein aussagekräftiges Ergebnis sollten Sie vor der Probe zwei bis fünf Tage keinen Samenerguss haben.

Je nach Befund können weitere Untersuchungen folgen: eine Blutuntersuchung zur Bestimmung der Hormone, ein Ultraschall der Hoden oder in seltenen Fällen eine Gewebeentnahme aus dem Hoden.

Vorbeugung

Wie lässt sich die Qualität der Spermien verbessern?

Achten Sie bitte auf regelmäßige körperliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung mit Vitaminen und Mineralien, einen moderaten Alkoholkonsum und rauchen Sie möglichst nicht. Auch ein erhöhtes Gewicht, insbesondere ein großer Bauchumfang, wirkt sich negativ auf die Spermienqualität aus. Und schließlich können auch enge Unterhosen oder Sitzheizungen können dazu führen, dass die Qualität der Spermien leidet. Das muss man im Einzelfall überprüfen.

Meditation, Entspannung und der Abbau von Stress können ebenfalls helfen. Vor allem aber sollte „Zeugungsstress" auf ein Minimum reduziert werden. Tipps zur Steigerung der Spermienqualität