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Ejakulatsvolumen steigern und Spermamenge erhöhen

6 min Lesezeit • Von Prof. Dr. med. Frank Sommer • Medizinische Prüfung: Prof. Dr. med. Frank Sommer • Aktualisiert am 14. Apr. 2026

Kurz zusammengefasst

Männer können ihr Ejakulatsvolumen steigern und die Spermamenge erhöhen, indem sie täglich mindestens 2 Liter Wasser trinken, 3-5 Tage zwischen den Samenergüssen warten und auf Rauchen sowie Alkohol verzichten. Eine Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren aus Lachs, Nüssen und Olivenöl fördert die Spermienproduktion, während gesättigte Fettsäuren aus Fast Food sie hemmen. Beckenbodentraining stärkt zusätzlich die Potenzmuskulatur und sorgt für einen kräftigeren Samenerguss.

Überblick

Wie wichtig ist das Ejakulats-Volumen beim Mann?

Viele Männer messen der Menge ihres Ejakulats eine große Bedeutung bei. Sie korrelieren diese mit ihrer Männlichkeit. Es kommt immer wieder vor, dass Männer sich bei abnehmendem Ejakulats-Volumen schlecht fühlen. Einige haben auch das Gefühl: Je mehr Ejakulat beim Orgasmus produziert wird, desto sexuell erregter sind sie. Wie auch immer: Das Ejakulats-Volumen ist sehr individuell! Einige Männer ejakulieren mehr, andere weniger. Mit ihrer Männlichkeit hat das aber wenig zu tun! Denn sexuelle Erfüllung ist unabhängig vom Ejakulats-Volumen.

Die in dieser Hinsicht weit verbreitete Verunsicherung resultiert u.a. auch aus pornografischen Darstellungen, wo häufig sehr große Ejakulatsmengen gezeigt werden. Viele glauben, dies sei normal – dabei wird vor der Kamera häufig mit unechtem Ejakulat gearbeitet. Wer sich in Bezug auf sein Ejakulats-Volumen verunsichert fühlt, sollte dies auf jeden Fall mit seinem Arzt klären.

Welche Faktoren bestimmen das Ejakulats-Volumen?

Wenn ein Mann einen Orgasmus bekommt, ejakuliert er in der Regel auch. Aber Ejakulation und Orgasmus können auch getrennt voneinander erfolgen. Das ist aber in den seltensten Fällen so. Das normale Ejakulats-Volumen beträgt zwischen 1,25 und 4 ml – das entspricht etwa einem Viertel bis ganzen Teelöffel. Männer, die häufig hintereinander ejakulieren, haben zumeist ein reduziertes Ejakulats-Volumen.

Im Alter um die 30 produzieren Männer die größten Mengen an Ejakulat. Mit zunehmendem Alter nimmt das Ejakulats-Volumen ab. Erbanlagen, Ernährung, das Rauchen und der allgemeine gesundheitliche Zustand können das Ejakulats-Volumen beeinflussen.

Ursachen

Was sind häufige Gründe für weniger Ejakulat?

Einige Männer sind beunruhigt, wenn sie merken, dass ihr Ejakulat weniger wird, sich also die Ejakulatsmenge reduziert. Dies kann mehrere Gründe haben, ist aber grundsätzlich kein Grund zur Sorge.

  • Kurzer Abstand zwischen Samenergüssen: Wenn der Abstand zwischen zwei Samenergüssen sehr kurz ist, hat der Körper oft nicht genug Zeit, um wieder eine größere Menge an Samenflüssigkeit zu bilden. Dann wirkt das Ejakulat beim nächsten Mal deutlich weniger.
  • Zu wenig Flüssigkeit: Wer zu wenig trinkt, produziert insgesamt weniger Körperflüssigkeit – das kann sich auch beim Ejakulat-Volumen bemerkbar machen.
  • Stress und Psyche: Stress, Anspannung oder psychische Belastungen können Ejakulation und Orgasmus beeinflussen – manchmal auch die wahrgenommene Menge.
  • Lebensstil: Ein ungesunder Lebensstil (zum Beispiel regelmäßiger Konsum von Nikotin, Alkohol oder Drogen, eine ungünstige Ernährung mit vielen gesättigten Fettsäuren sowie Übergewicht) kann die Spermamenge und das Ejakulat-Volumen verringern.
  • Alter: Ab dem 35. Lebensjahr können Menge und Qualität des Spermas abnehmen. Das passiert oft schleichend und ist nicht automatisch ein Warnsignal.
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente, insbesondere Antidepressiva, können Ejakulationsstörungen verursachen – teils mit weniger sichtbarem Ejakulat.
  • Prostata oder Samenblasen: Eine Entzündung oder andere Erkrankungen der Prostata oder der Samenblasen können die Produktion der Samenflüssigkeit beeinträchtigen.
  • Retrograde Ejakulation: Hierbei fließt das Ejakulat nicht nach außen, sondern rückwärts in die Blase. Dadurch sieht man außen weniger oder fast nichts.
  • Verengte Samenwege: Teilweise Verengungen können den Abfluss verringern und so das sichtbare Volumen reduzieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine gesunde Ernährung und Lebensstilweise sich positiv auf das Ejakulats-Volumen auswirken. Wichtig ist aber auch zu wissen, dass sich der Mittellappen der Prostata (männliche Vorsteherdrüse) mit zunehmendem Alter häufig vergrößert. Das hat weniger Ejakulat zur Folge. Manche Männer beklagen sich auch darüber, dass das Ejakulat nicht mehr „herausschießt“, sondern nur noch herauströpfelt. Dies hängt damit zusammen, wie die Kraft der Potenzmuskulatur und des Beckenbodens ausgebildet ist.

Diese Kraft lässt sich trainieren. So kann man mehr Spannung aufbauen, indem die Beckenbodenmuskulatur mit speziellen Trainingseinheiten stimuliert wird. Aber auch die Verlegung der Harnröhre, die bspw. durch entzündliche Prozesse hervorgerufen wird und teilweise zu sogenannten Strikturen in der Harnröhre führt, kann dazu führen, dass der Druck der Ejakulation reduziert ist. Oder dass nicht das gesamte Ejakulats-Volumen zu sehen ist, da ein Teil zurückläuft. Medikamente und operative Eingriffe können ebenfalls bewirken, dass Männer eine retrograde Ejakulation (das ist eine Ejakulation in die Blase) haben – oder dass es zu einer optischen Einschränkung des Ejakulat-Volumens kommt. Bei weitergehenden Fragen wird ein versierter Mediziner weiterhelfen. Kostenlose Übungen für die Beckenboden-Muskulatur

Tipps

Was kann man tun um die Spermamenge zu erhöhen?

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Mehr trinken, vor allem Wasser!
  • Enthaltsamer sein. Männer, die häufig innerhalb weniger Stunden ejakulieren, haben meistens ein in der Menge reduziertes Ejakulat. Wer 3 bis 5 Tage enthaltsam ist, hat normalerweise ein erhöhtes Ejakulatsvolumen und dadurch auch eine größere Menge an Samenerguss.
  • Weniger, am besten gar nicht rauchen
  • Alkoholkonsum reduzieren
  • Möglichst wenig gesättigte Fettsäuren zu sich nehmen
  • Die Ejakulatsmenge können Männer auch durch die Stärkung ihrer Potenzmuskulatur erhöhen. Die Kontraktionskraft der ischiokavernösen und bulbospongiösen Muskulatur reicht teilweise nicht aus, um gegen den „Widerstand" der Prostata und der Harnröhre zu „arbeiten". Hier hilft es, wenn Männer diese Muskulatur, die auch "Potenzmuskulatur" genannt wird, trainieren.

Worauf sollte ich bei der Temperatur achten?

Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass die Hoden nicht direkt einer zu hohen Temperatur ausgesetzt werden. Denn eine erhöhte Temperaturexposition der Hoden – vor allem über einen längeren Zeitraum – kann dazu führen, dass die für die Fruchtbarkeit entscheidenden Ejakulatsparameter leiden und/oder sich verschlechtern. Wichtig in diesem Zusammenhang: Grundsätzlich erhöhte Temperaturen haben keinen signifikanten Einfluss auf das Ejakulatsvolumen.

Welche Rolle spielen Fettsäuren?

Außerdem sollten Männer darauf achten, nicht zu viele gesättigte Fettsäuren zu sich zu nehmen. Denn diese können osmotische Veränderungen des Spermiums nach sich ziehen.

Gesättigte Fettsäuren finden sich in allen tierischen Lebensmitteln, zum Beispiel in Butter, Milchprodukten, Fleisch und Wurstwaren sowie in den meisten Fertiggerichten und Fast Food. Darüber hinaus sind sie Bestandteil einiger pflanzlicher Fette, wozu auch Kokosfett oder gehärtetes Pflanzenfett zählen. Die gesättigten Fettsäuren verlangsamen den Stoffwechsel und führen oftmals zu einem hohen Cholesterinspiegel, zu Rheuma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem erhöhten Herzinfarktrisiko.

Vorzuziehen sind einfach ungesättigte Fettsäuren, die dabei helfen, den LDL-Cholesterinspiegel zu senken und das „gute“ Cholesterin HDL zu steigern – und damit einen positiven Einfluss auf die Spermamenge haben. Sie sind beispielsweise in Nüssen, Oliven, Avocados, Oliven- und Rapsöl enthalten. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind ebenso wichtig. Für die Zellstruktur ist beispielsweise die Linolsäure von großer Bedeutung. Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren tragen dazu bei, Entzündungen abzubauen und Rheumaerkrankungen vorzubeugen. Lieferanten mehrfach ungesättigter Fettsäuren sind Lachs, Hering, Makrele und Thunfisch, aber auch Soja, Distel- oder Sonnenblumenöl.

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