Tubulovasostomie
Kurz zusammengefasst
Eine Tubulovasostomie ist ein mikrochirurgischer Eingriff, der durchgeführt wird, um die Fruchtbarkeit des Mannes wiederherzustellen. Sie ist eine von zwei Methoden zur Refertilisierung nach einer Vasektomie, also zur Rückgängigmachung einer Sterilisation. Diese Methode kommt zum Einsatz, wenn der Samenleiter nahe am Nebenhoden blockiert ist oder dort keine Spermien nachweisbar sind. In diesem Fall wird die Blockade umgangen, indem der Samenleiter direkt mit einem der feinen Kanäle im Nebenhoden verbunden wird, in denen die Spermien gespeichert sind.
Überblick
Was ist eine Tubulovasostomie?
Dieses komplexere Refertilisierungs-Verfahren wird insbesondere dann angewendet, wenn eine Vasovasostomie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zum gewünschten Erfolg führt. Dabei geht es darum, die Fruchtbarkeit des Mannes nach einer Vasektomie wiederherzustellen.
Behandlungsablauf
Wann wird dieser Eingriff durchgeführt?
Im Normalfall plant der erfahrene Operateur zunächst immer eine Vasovasostomie Rückgängigmachung einer Vasektomie. Hier werden die Samenleiterenden wieder miteinander verbunden, sodass die Spermien wieder ihren natürlichen Weg vom Hoden nach außen nehmen können. Eine Vasoepididymostomie wird in der Regel erst dann durchgeführt, wenn sich während der Operation herausstellt, dass der untere Teil des Samenleiters bzw. der Übergang vom Nebenhoden in den Samenleiter verschlossen ist. Der Nebenhoden ist dabei die Struktur, in der Spermien gespeichert und weitergeleitet werden.
Um dennoch eine erfolgreiche Refertilisierung beim Mann zu erreichen, werden statt des hodennahen Samenleiters die sehr viel feineren Nebenhodenkanälchen mit dem Samenleiter verbunden. Dadurch wird ein neuer Weg für die Spermien geschaffen.
Den Entschluss, dass dieser Eingriff notwendig ist, fällt der Spezialist während der Operation aufgrund der mikroskopischen Untersuchung der Ejakulats-Flüssigkeit. Dabei wird überprüft, ob Spermien vorhanden sind und an welcher Stelle der Transport blockiert ist. In ca. 10 Prozent aller Fälle ist dieser Eingriff notwendig.
Risiken
Wie gefährlich ist der Eingriff?
Die Vasoepididymostomie (auch Tubulovasostomie genannt) kann grob mit einer Bypass-Operation verglichen werden. Das bedeutet, dass der ursprüngliche Weg der Spermien nicht wiederhergestellt wird, sondern ein neuer „Umgehungsweg“ geschaffen wird. Sie gilt als eine der schwierigsten Operationen in der Urologie, da die zu verbindenden Strukturen extrem klein sind und unter dem Mikroskop präzise zusammengenäht werden müssen. Schon kleinste Abweichungen können dazu führen, dass der Spermientransport nicht funktioniert. Der Eingriff kann nur von erfahrenen Operateuren durchgeführt werden. Mögliche Komplikationen sind unter anderem:
- Nachblutungen im Operationsbereich
- Infektionen oder Entzündungen im Gewebe
- Schwellungen und Schmerzen im Hodenbereich
- Vernarbungen, die den neu geschaffenen Weg wieder verschließen können
- Ausbleibender Erfolg der Refertilisierung, sodass keine Spermien im Ejakulat nachweisbar sind
- Flüssigkeitsansammlungen im Bereich des Nebenhodens
