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Herzinfarkt Selbsttest für zu Hause

3 min Lesezeit • Von Prof. Dr. med. Frank Sommer • Medizinische Prüfung: Prof. Dr. med. Frank Sommer • Aktualisiert am 14. Apr. 2026

Kurz zusammengefasst

Ein Herzinfarkt-Selbsttest für zu Hause hilft, das persönliche Risiko einzuschätzen. Der Test dauert etwa zwei Minuten und fragt neun Risikofaktoren ab: Bauchumfang, Bewegung, Ernährung, Stress, Rauchen, Diabetes, Alter und familiäre Vorbelastung. Auch Erektionsprobleme werden erfasst, da sie ein Frühwarnzeichen für Gefäßerkrankungen sein können. Nach dem Test erhalten Sie sofort eine Auswertung mit Empfehlungen.

Überblick

Was ist ein Herzinfarkt-Selbsttest?

Ein Herzinfarkt-Selbsttest hilft Ihnen, Ihr persönliches Risiko für einen Herzinfarkt einzuschätzen. Der Test fragt bekannte Risikofaktoren ab und zeigt, ob Sie handeln sollten. Er ersetzt keine ärztliche Untersuchung, gibt aber eine erste Orientierung. Wer sein Risiko frühzeitig kennt, kann aktiv gegensteuern. Viele Risikofaktoren lassen sich durch Lebensstiländerungen beeinflussen – bevor es zu spät ist.

Zum Herzinfarkt- Selbsttest

Für wen ist der Test geeignet?

Der Test richtet sich an Männer, die wissen möchten, wie es um ihre Herzgesundheit steht. Besonders sinnvoll ist er für Männer ab 40, bei Übergewicht, wenig Bewegung, hohem Stresslevel oder familiärer Vorbelastung. Auch Raucher und Diabetiker sollten ihr Risiko kennen.

Ein oft übersehener Zusammenhang: Erektionsprobleme können ein Frühwarnzeichen für Herzerkrankungen sein. Die Blutgefäße im Penis sind feiner als die Herzkranzgefäße – Durchblutungsstörungen zeigen sich dort oft zuerst.

Risikofaktoren

Was erhöht das Herzinfarkt-Risiko?

Ein Herzinfarkt entsteht selten aus heiterem Himmel. Meist liegen mehrere Risikofaktoren vor, die sich über Jahre aufbauen. Je mehr Faktoren zutreffen, desto höher das Risiko.

  • Körperliche Faktoren: Übergewicht (besonders Bauchfett), Bewegungsmangel, Diabetes und Bluthochdruck belasten das Herz-Kreislauf-System.
  • Lebensstil: Rauchen verengt die Gefäße und verdoppelt das Herzinfarkt-Risiko. Ungesunde Ernährung mit wenig Obst und Gemüse, chronischer Stress und Reizbarkeit schaden ebenfalls.
  • Nicht beeinflussbare Faktoren: Das Alter spielt eine Rolle – ab 55 steigt das Risiko deutlich. Auch eine familiäre Vorbelastung erhöht die Wahrscheinlichkeit.
  • Frühwarnzeichen Erektion: Erektionsstörungen treten oft Jahre vor einem Herzinfarkt auf. Sie können auf verengte Gefäße hinweisen und sollten ärztlich abgeklärt werden.

Ablauf

Welche Fragen werden gestellt?

Der Selbsttest umfasst neun Fragen zu den wichtigsten Risikofaktoren für einen Herzinfarkt. Sie werden nach Ihrem Bauchumfang gefragt, nach Ihrem wöchentlichen Sport- und Bewegungspensum und nach Ihren Ernährungsgewohnheiten. Weitere Fragen betreffen Stress und Reizbarkeit, Ihr Alter, ob Sie rauchen oder Diabetiker sind. Auch die Erektionsfähigkeit wird abgefragt, da Erektionsprobleme ein Frühwarnzeichen für Gefäßerkrankungen sein können. Zuletzt geht es um familiäre Vorbelastung – also ob es in Ihrer Familie bereits Herzinfarkte gab.

Wie lange dauert der Test?

Der Selbsttest dauert etwa zwei Minuten. Für eine Frage benötigen Sie ein Maßband, um Ihren Bauchumfang zu messen. Die richtige Stelle liegt auf Höhe des Bauchnabels, zwischen Rippenbogen und Beckenkamm. Messen Sie morgens vor dem Frühstück, ohne den Bauch einzuziehen.

Auswertung

Was bedeuten die Ergebnisse?

Nach dem Test erhalten Sie sofort eine Auswertung mit einer Einschätzung Ihres Herzinfarkt-Risikos:

  • Erhöhtes Risiko: Ihr Ergebnis zeigt mehrere Risikofaktoren. Sie sollten einen Arzt aufsuchen und Ihren Lebensstil überdenken. Kleine Veränderungen bei Ernährung und Bewegung können bereits viel bewirken.
  • Durchschnittliches Risiko: Sie haben ein mittleres Risiko. Wenn Sie bereits Sport treiben, bleiben Sie dran. Wenn nicht, ist jetzt ein guter Zeitpunkt anzufangen. Nehmen Sie ab 35 die Vorsorgeuntersuchungen wahr.
  • Niedriges Risiko: Ihr Testergebnis zeigt eine gute Herzgesundheit. Halten Sie Ihren Lebensstil bei und nehmen Sie weiterhin die Vorsorgeuntersuchungen wahr.

Wie zuverlässig ist der Test?

Der Test erfasst die wichtigsten wissenschaftlich belegten Risikofaktoren für Herzinfarkt. Er gibt eine gute Orientierung, ersetzt aber keine ärztliche Untersuchung. Nur ein Arzt kann Blutdruck, Cholesterin und andere Werte genau bestimmen.

Was mache ich nach dem Test?

Bei erhöhtem Risiko sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Der Hausarzt oder Kardiologe kann Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker messen und Ihr individuelles Risiko genauer bestimmen. Ab 35 Jahren zahlt die Krankenkasse alle drei Jahre einen Gesundheits-Check-up.