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Entspannung für gestresste Männer

3 min Lesezeit • Von Prof. Dr. med. Frank Sommer • Medizinische Prüfung: Prof. Dr. med. Frank Sommer • Aktualisiert am 14. Apr. 2026

Kurz zusammengefasst

Nach einem stressreichen Arbeitstag will vor allem Ihre Seele gestreichelt werden. Entspannung ist angesagt. Wie auch immer Sie entspannen, wichtig ist, dass Sie abschalten und alles ablegen, was Sie belastet. Versuchen Sie nicht zu lange über schief gelaufene Dinge nachzugrübeln. Versetzen Sie sich durch wohltuende Rituale in eine bessere Stimmung.

Übersicht

Warum reagieren Männer anders auf Stress?

Viele Männer reagieren auf Stress mit Rückzug, Gereiztheit oder dem Drang, Probleme sofort zu lösen – ein Verhalten, das Partnerinnen oft irritiert. Der Grund ist biologisch nachvollziehbar: Unter Stress steigen beim Mann Adrenalin und Cortisol (das Stresshormon), während gleichzeitig der Oxytocinspiegel (das sogenannte Bindungshormon) sinkt. Diese hormonelle Konstellation aktiviert die klassische „Kampf-oder-Flucht"-Reaktion und fördert das Bedürfnis nach Distanz und Kontrolle – anders als bei Frauen, die häufiger mit sozialer Vernetzung reagieren. Hinzu kommt die soziale Prägung: Viele Männer haben gelernt, Stärke zu zeigen und Probleme analytisch statt emotional zu bewältigen. Studien deuten darauf hin, dass dieser Rückzug durchaus funktional sein kann – Männer erholen sich durch Ablenkung oder Sport teilweise schneller von akutem Stress.

Neuere Forschungen zeigen allerdings auch, dass gestresste Männer in bestimmten Situationen durchaus sozial reagieren können – das stereotype Bild vom einsamen Wolf stimmt also nicht immer.

Symptome

Wie äußert sich Stress bei Männern?

Stress äußert sich bei Männern häufig anders als bei Frauen – und wird deshalb oft zu spät erkannt. Typisch sind gesteigerte Reizbarkeit, emotionaler Rückzug (das sogenannte „Abtauchen") sowie der Griff zu ungesunden Bewältigungsstrategien wie Alkohol oder exzessivem Arbeiten. Körperlich macht sich chronischer Stress durch Bluthochdruck, Nackenverspannungen, Magen-Darm-Beschwerden und Schlafstörungen bemerkbar – Symptome, die Männer oft nicht mit psychischer Belastung in Verbindung bringen. Wichtig: Dauerhafter Stress kann den Testosteronspiegel senken, was Libido und Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Auch psychosomatische Beschwerden wie Tinnitus oder diffuse Rückenschmerzen können Folge sein. Wer solche Warnsignale bei sich bemerkt, sollte frühzeitig handeln – denn Stress ist behandelbar, wenn man ihn erkennt.

Strategien

Welche Entspannungstechniken helfen Männern zu entspannen?

Da jeder Mensch verschieden ist, kann man nicht sagen welches Training das beste ist. Wichtig ist, dass man sich das Training aussucht, das am besten zu einem passt:

  • Autogenes Training: Autogenes Training zählt zu den Klassikern der Entspannungsverfahren und wird auch als konzentrative Selbstentspannung bezeichnet. Das Wort "autogen" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "aus sich selbst heraus". Der Grundgedanke beim autogenen Training ist, dass durch die eigene Vorstellungskraft Entspannung psychisch und pysisch erlebbar werden soll.
  • Meditation: Meditation ist eine geistige Übung, die durch betrachtende Versenkung das Bewusstsein schärfen soll. Jede Kultur, jede spirituelle Richtung hat ihre eigene Tradition der Meditation.
  • Yoga: Auch beim Yoga gibt es eine Vielfalt an Formen. In der westlichen Hemisphäre ist vor allem der Hatha-Yoga bekannt. Er umfasst ein System von Körperreinigungs- und Atemübungen. In über 80 Körperstellungen setzt der Hatha-Yoga am Körper und am Atem an. Die Übungen werden im Stehen, Sitzen oder Liegen am Boden ausgeführt.
  • Qi Gong: Qi Gong bedeutet übersetzt "Übungen mit der Lebensenergie". Die verschiedenen Formen dieser Entspannungstechnik haben das Ziel, Qi, die Lebensenergie, zu kontrollieren und zu stärken.
  • Feldenkrais: Die Feldenkraismethode hilft Bewegungen und Haltung zu optimieren und eröffnet Möglichkeiten, geistige und körperliche Fähigkeiten auf angenehme und mühelose Weise zu verbessern.