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Schmerzhafte Ejakulation

2 min Lesezeit • Von Prof. Dr. med. Frank Sommer • Medizinische Prüfung: Prof. Dr. med. Frank Sommer • Aktualisiert am 14. Apr. 2026

Kurz zusammengefasst

Eine schmerzhafte Ejakulation bezeichnet stechende oder brennende Schmerzen beim Samenerguss, die im Genitalbereich, in den Hoden, der Harnröhre oder den Samenleitern auftreten können. Häufige Ursachen sind Prostataentzündungen (Prostatitis), Harnröhrenentzündungen, sexuell übertragbare Infektionen oder Beckenbodenverspannungen. Die Behandlung erfolgt je nach Ursache durch Medikamente, Beckenbodentraining oder Entspannungsübungen.

Symptome

Wie äußert sich eine schmerzhafte Ejakulation?

Anstatt eines Glücksgefühls verspüren einige Männer beim Ejakulieren bzw. beim Orgasmus leichte bis heftige, teilweise stark brennende Schmerzen. Die Schmerzen können zwischen Anus und Genital oder im Hodenbereich auftreten, derweilen auch in der Harnröhre (Urethra) und in den Samenleitern.

Manche Männer sind wegen der Schmerzen so frustriert, dass sie jegliche sexuelle Aktivität vermeiden. Das kann eine Partnerschaft extrem belasten. Und einige Männer, vor allem über einen längeren Zeitraum Betroffene, entwickeln sogar Angstgefühle bis hin zu Depressionen.

Ursachen

Welche Erkrankungen können schmerzhafte Ejakulationen auslösen?

Ein schmerzhafter Orgasmus kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel:

  • Prostatitis: Inflammationen (entzündliche Prozesse) der Prostatadrüse
  • Orchitis: Infektiöse Veränderung in den Hoden
  • Urethritis: Entzündungen in der Harnröhre
  • Sexuell übertragbare Krankheiten (STI bzw. STD): Hier gibt es mehrere Krankheitserreger

Es gibt aber auch andere Erkrankungen, die die Schmerzsymptome auslösen können, zum Beispiel:

  • Prostatatumor (Prostatakarzinom)
  • Zustand nach Bestrahlung des kleinen Beckens
  • operative Eingriffe im kleinen Becken, etwa eine radikale Prostatektomie
  • nervale Störung der Penisnerven wie nach einem Unfall oder als Nebenwirkung eines nicht eingestellten Diabetes (Zuckerkrankheit)
  • chronischer Beckenbodenschmerz (Chronik Pain in the Pelvis)
  • Blockaden im Ejakulationssystem, z.B. Zysten oder Steine
  • antidepresssive Medikamente
  • spermazide Medikamente und Cremes, die zur Verhütung verwendet werden

Können auch psychische Probleme die Ursache sein?

Auch psychologische Probleme können für die Schmerzen ursächlich sein. Wenn ein Mann beispielsweise nicht beim Masturbieren, sondern ausschließlich beim Sex mit der Partnerin oder mit dem Partner Schmerzen hat, liegt der Verdacht sehr nahe, dass ein primär psychogenes Problem vorliegt.

Diagnose

Wie wird die Ursache festgestellt?

Um schmerzhafte Ejakulationen oder einen schmerzhaften Orgasmus zu therapieren, muss zunächst eine Diagnose gestellt werden, um die Ursache herauszufinden. Neben einer gründlichen körperlichen Untersuchung sind auch eine Urin- und Samen-Analyse anzuraten.

Ein ausführliches Gespräch in Kombination mit einer intensiven körperlichen Untersuchung, wo auch einige apparative Messungen erfolgen, kann häufig die Ursache dieser Ejakulationsstörung aufzeigen. Worauf Sie bei der Diagnose achten sollten lesen Sie hier.

Behandlung

Kann eine schmerzhafte Ejakulation behandelt werden?

In manchen Fällen hilft eine medikamentöse Therapie über 6 bis 12 Wochen. Danach kann der ehemals betroffene Mann wieder Ejakulationen erleben, die keinerlei Schmerzsymptome hervorrufen. Dies ist mit einem sehr hohen Zugewinn an Lebensqualität und Freude an der Sexualität verbunden.

In anderen Fällen können spezielle Übungen, die manchmal mit Entspannungsübungen einhergehen, oder auch spezielle Beckenbodenübungen die Therapie der Wahl sein und dem Mann helfen.