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Prostatakrebs - Symptome & Ursachen

4 min Lesezeit • Von Prof. Dr. med. Frank Sommer • Medizinische Prüfung: Prof. Dr. med. Frank Sommer • Aktualisiert am 14. Apr. 2026

Kurz zusammengefasst

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung beim Mann und verläuft im Frühstadium meist ohne Beschwerden. Erst im fortgeschrittenen Stadium treten Symptome wie Probleme beim Wasserlassen, Blut im Urin oder Rückenschmerzen auf. Die wichtigsten Risikofaktoren sind Alter, erbliche Veranlagung und Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Übergewicht. Da der Tumor früh nur durch Vorsorge erkannt werden kann, sind regelmäßige Untersuchungen ab dem 45. Lebensjahr entscheidend.

Überblick

Was ist Prostatakrebs?

Prostatakrebs ist eine bösartige Erkrankung der Vorsteherdrüse. Fast 20% aller Krebserkrankungen beim Mann sind Prostatakrebs. Damit stellt der Prostatakrebs den häufigsten bösartigen Tumor des Mannes dar und gleichzeitig die häufigste Krebstodesursache des älteren Mannes (> 60 Jahre).

Der Häufigkeitsgipfel des Prostatakrebses liegt zwischen dem 60. und 80. Lebensjahr, unterhalb des 40. Lebensjahrs kommt er sehr selten vor.

Muss jeder Prostatakrebs behandelt werden?

Dies klingt vielleicht zunächst paradox, doch der Prostatatumor entwickelt sich in den meisten Fällen sehr langsam, so dass es häufig vorkommt, dass Betroffene an ganz anderen Krankheiten sterben, ohne von ihrem Prostatakrebs erfahren zu haben.

Es gibt allerdings auch aggressivere, schnell voranschreitende Formen von Prostatakrebs mit hohem Risiko, die vor allem jüngere Männer betreffen und schnellstmöglich behandelt werden müssen.

Symptome

Welche Symptome hat Prostatakrebs?

Die Erkrankung ist aufgrund der langen beschwerdefreien Zeit tückisch. Die Frühstadien sind weitgehend symptomlos – und genau das macht Prostatakrebs so gefährlich. Wer auf Beschwerden wartet, bevor er zum Arzt geht, hat wertvolle Zeit verloren. Die regelmäßige Vorsorge ist deshalb die einzige verlässliche Möglichkeit, den Tumor früh zu entdecken.

 

Frühstadium

Im Frühstadium gibt es keine Symptome. Der Tumor wächst zunächst innerhalb der Prostata und engt die Harnröhre noch nicht ein. In diesem Stadium kann Prostatakrebs nur durch eine Vorsorgeuntersuchung entdeckt werden.

 

Fortgeschrittenes Stadium

Erst wenn der Tumor so groß geworden ist, treten Beschwerden auf:

  • Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
  • Häufiger Harndrang, besonders nachts
  • Schwierigkeiten beim Beginn des Wasserlassens
  • Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können
  • Schmerzen beim Wasserlassen oder bei der Ejakulation
  • Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit
  • Erektionsstörungen
  • Knochenschmerzen und Brüche
  • Nachtschweiß
  • Fieber
  • Gewichtsverlust

 

Bei Metastasen

Das Prostatakarzinom kann früh in die Lymphknoten und das Knochengerüst metastasieren. Diese Knochenmetastasen verursachen nicht selten die ersten Beschwerden in Form von Rückenschmerzen. Hinzu kommen allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme. Aus diesem Grund muss bei Männern über 50 mit ungeklärten Rückenschmerzen ein metastasiertes Prostatakarzinom immer in die diagnostischen Überlegungen einbezogen werden.

Ursachen

Warum entsteht Prostatakrebs?

Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Ähnlich wie der Brustkrebs der Frau ist der Prostatakrebs hormonabhängig, d. h. das Wachstum des Prostatatumors kann durch die Geschlechtshormone (vor allem Testosteron) beeinflusst werden. Dies wird in der Behandlung des fortgeschrittenen Tumors ausgenutzt, indem die männlichen Hormone entzogen werden. Neben Hormonen spielen Alter und genetische Veranlagung die wichtigsten Rollen.

Risikofaktoren

Welche Risikofaktoren gibt es?

Bei den Risikofaktoren für Prostatakrebs unterscheidet man zwischen solchen die sich nicht beeinflussen lassen und solchen die durch den eigenen Lebensstil beeinflusst werden können:

Nicht beeinflussbare Faktoren

  • Alter: Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem 60. und 80. Lebensjahr. Unter 40 Jahren ist Prostatakrebs sehr selten.
  • Erbliche Veranlagung: Eine familiäre Vorbelastung erhöht das Risiko deutlich.
  • Unfruchtbarkeit: Fast zehn Prozent der infertilen Männer erkranken im Laufe ihres Lebens an einem Prostatakarzinom. Wissenschaftler vermuten eine gemeinsame genetische Ursache auf dem Y-Chromosom.

 

Beeinflussbare Faktoren

  • Ernährung: Eine fett- und fleischreiche Ernährung gilt als Risikofaktor. Prostatakrebs tritt in Ländern mit gemüsereicher Kost nachweislich seltener auf.
  • Übergewicht: Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und einem erhöhten Prostatakrebsrisiko.
  • Rauchen: Der direkte Zusammenhang zwischen Rauchen und dem Entstehen von Prostatakrebs wird noch erforscht – die Datenlage deutet aber in diese Richtung.
  • Softdrinks: Eine Studie mit über 22.000 Männern zeigte: Je mehr Zucker über Softdrinks konsumiert wurde, desto höher war das Erkrankungsrisiko. Für Fruchtsäfte und Desserts konnte dieser Zusammenhang nicht nachgewiesen werden.
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Männer mit solchen Erkrankungen haben ab dem 60. Lebensjahr ein fast doppelt so hohes Prostatakrebsrisiko.
  • Intensives Fahrradfahren: Eine Studie mit über 5.200 Männern zeigte ab 3,75 Stunden Fahrradfahren pro Woche ein dreifach erhöhtes Risiko – bei über 8,5 Stunden sogar ein sechsfach erhöhtes. Die Ergebnisse sind jedoch mit Vorsicht zu interpretieren, da der zugrundeliegende Mechanismus noch nicht geklärt ist.
  • Nächtliche Lichtexposition: Blaues Licht vor dem Zubettgehen unterdrückt die Melatonin-Ausschüttung und wird mit einem erhöhten Risiko für hormonabhängige Krebsarten wie Prostatakrebs in Verbindung gebracht.