Blutpenis vs. Fleischpenis und die sexuelle Performance
Kurz zusammengefasst
Der Unterschied zwischen Blutpenis und Fleischpenis beschreibt, wie stark sich der Penis beim Übergang vom schlaffen in den erigierten Zustand verändert. Beide sind natürliche anatomische Varianten ohne Krankheitswert. Der Blutpenis (etwa 80 % der Männer) wirkt schlaff eher klein und kompakt. Während der Erektion füllen sich die Schwellkörper mit einer großen Menge Blut, wodurch Länge und Umfang deutlich zunehmen. Der Fleischpenis (etwa 20 % der Männer) ist bereits schlaff relativ groß. Bei einer Erektion wird er zwar hart, nimmt jedoch nur geringfügig an Größe zu. Im erigierten Zustand ergeben sich zwischen beiden Typen meist keine wesentlichen Unterschiede.
Überblick
Was ist ein Blutpenis und was ist ein Fleischpenis?
Wissenschaftliche Untersuchungen in Europa haben gezeigt, das 79 Prozent der männlichen Bevölkerung einen sogenannten Blutpenis (auch „Grower“ genannt) hat. Das bedeutet, dass bei sexueller Erregung dieser anschwillt und an Volumen signifikant zunimmt. Die restlichen 21 Prozent der Männer in Europa haben einen sogenannten Fleischpenis („Shower“). Dieser hat auch im nicht erigierten Zustand bereits ein verhältnismäßig großes Volumen und muss deshalb während der sexuellen Erregung kaum noch anschwellen – er wird einfach nur rigide, also härter, um einen entsprechenden Geschlechtsverkehr ausführen zu können.
Warum gibt es diese beiden Penistypen?
Dass es diese beiden Penistypen gibt, liegt ebenfalls in der Evolution begründet. In nordischen Regionen, in denen die Menschen behaart waren, um sich vor der Kälte zu schützen, gab es häufiger den Blutpenis. Bei einem dauerhaft recht großen Penis wäre nämlich das Risiko höher gewesen, dass dieses Körperteil auskühlt.
In eher südlichen Gefilden, in denen die Menschen über kaum Körperbehaarung verfügten, gab es deutlich häufiger den Fleischpenis. In diesen wärmeren Regionen war es ganz früher sogar ein Selektionsvorteil, einen entsprechenden Fleischpenis zu haben, der – im unbekleideten Zustand – auch von möglichen Partnerinnen gut gesehen werden konnte.
Ganz wichtig: Heute, wo wir unseren Partner meistens im angezogenen Zustand kennenlernen, spielt dieser evolutionstechnische Selektionsvorteil, so gut wie keine Rolle mehr.
Wie erkenne ich, ob ich einen Blutpenis oder Fleischpenis habe?
Der einfachste Weg ist ein Vergleich zwischen dem schlaffen und dem erigierten Zustand. Beim Blutpenis ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Penis mindestens doppelt so lang wird wie im „Normalzustand“, wenn das Blut während der sexuellen Erregung in den Penis hineinfließt. Ein typischer Blutpenis misst schlaff etwa 6 bis 8 Zentimeter und erreicht erigiert 13 bis 15 Zentimeter – eine Zunahme von 80 bis 100 Prozent.
Der Fleischpenis hingegen verändert seine Größe bei der Erektion nur geringfügig. Ein typischer Fleischpenis misst schlaff bereits 10 bis 12 Zentimeter und nimmt bei der Erektion nur um etwa 20 bis 40 Prozent zu. Er wird vor allem härter, nicht wesentlich länger.
Die endgültige Größe im erigierten Zustand ist bei beiden Penistypen vergleichbar. Ein kleiner schlaffer Penis sagt also nichts über die Größe bei der Erektion aus. Männer mit einem Blutpenis sollten sich daher nicht verunsichern lassen, wenn ihr Penis im Normalzustand klein erscheint.
Sex
Welcher Penis ist besser im Bett?
Weder der eine noch der andere. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass weder die Länge noch das Volumen des Penis Auswirkungen auf die sexuelle Performance hat, sondern dass sich das Wichtigste im Kopf abspielt. Die Penisgröße ist definitiv nicht entscheidend für die Erektionsfähigkeit – viel wichtiger ist es, wie der erigierte Penis eingesetzt wird.
Ebenso spielt es bei der Sexualität keine Rolle, ob der Mann einen Blut- oder einen Fleischpenis hat. Der Unterschied liegt lediglich im optischen Peniseindruck im nicht erregten Zustand. Bei vollständiger Erektion sind beide Penistypen vergleichbar.
Gibt es Unterschiede bei der Empfindlichkeit?
Nein, die Empfindlichkeit des Penis hängt nicht davon ab, ob es sich um einen Blut- oder Fleischpenis handelt. Die Nervenenden in der Eichel und am Vorhautbändchen sind bei beiden Typen gleich verteilt. Was die sexuelle Empfindung beeinflusst, sind andere Faktoren wie der allgemeine Gesundheitszustand, die Durchblutung, das Alter und die emotionale Verbindung zum Partner.
Manche Männer mit einem Blutpenis berichten, dass die Erektion sich intensiver anfühlt, weil der Penis stärker anschwillt. Dies ist jedoch subjektiv und wissenschaftlich nicht als Vorteil belegt.
Selbstbild
Warum vergleichen Männer ihre Penisgröße?
Menschen, und ganz speziell Männer, vergleichen gerne sich und ihre Leistungen mit denen ihrer Mitmenschen. In der Sexualität ist das aber schwierig bis unmöglich. Denn in der Regel ist ja niemand dabei, wenn ein anderer Mann sexuell aktiv ist. Dementsprechend gibt es für die meisten Männer nicht die Möglichkeit, ihre sexuelle Performance mit anderen Männern zu vergleichen. Wissenschaftliche Studien haben aber gezeigt, dass den meisten Männer ein solcher Vergleich sehr wichtig ist.
Damit kommen wir zu den Vor- und Nachteilen pornographischer Filme. Sogenannte „Pornos“ können bei der sexuellen Stimulation sehr hilfreich sein. Solche Filme bergen aber auch die Gefahr, beim Anblick der sexuellen Performance der Darsteller ein trügerisches Zerrbild der Wirklichkeit zu bekommen. Viele Menschen glauben, dass das, was sie dort sehen, sozusagen der Performance-Standard sei. Dem ist aber nicht so! In der Porno-Industrie wird mit allerhand Tricks gearbeitet. Das betrifft sowohl die sexuelle Ausdauer der Akteure als auch die Penisgröße und Penisform sowie das Volumen des Ejakulats, das häufig in sogenannten Cumshot-Szenen zu sehen ist. Wer also auf der Suche nach Vergleichsmöglichkeiten ist, sollte nicht glauben, diese in Pornos zu finden. Männer, die nach dem Konsum eines Pornos ein schlechtes Gefühl bekommen bezüglich ihrer eigenen sexuellen Performance, können beruhigt werden: In den Filmen ist alles andere als der Standard zu sehen!
Warum denken viele, Größe wäre entscheidend?
Es gibt mehrere Gründe, warum Männer einen größeren Penis haben möchten. In einer Umfrage sagten die meisten, dass es für sie selber wichtig sei. Die am zweithäufigsten genannte Begründung war, dass ein größerer Penis wichtig für die Partnerin beziehungsweise für die Partnerschaft sei. Sehr erstaunlich war, dass manche Männer auch erklärten, dass sie eine Penisvolumenerhöhung aus beruflichen Gründen wünschen.
Nichts desto trotz schwirrt aber in den Köpfen der meisten Männer herum, dass die sexuelle Leistung mit dem optischen Erscheinungsbild des Penis zu tun hat. Das stimmt aber nur evolutionstechnisch gesehen: Früher – als Menschen noch nicht bekleidet waren – hat das Aussehen des Penis tatsächlich eine Rolle bei der Partnerwahl gespielt. Aus der Antike kennt man zum Beispiel Bilder, auf denen der Gott der Fruchtbarkeit mit einem großen erigierten Penis dargestellt wird. Ein entsprechend voluminöser erigierter Penis wurde mit Fruchtbarkeit, Männlichkeit und entsprechender sexueller Potenz assoziiert. Heute spielt dies jedoch keine Rolle mehr.
Vergrößerung
Welche Möglichkeiten zur Penisvergrößerung gibt es?
Wer dennoch glaubt, sich mit einem größeren Penis besser zu fühlen, hat mehrere Möglichkeiten. Es gibt zahlreiche Methoden, sich sowohl operativ als auch nicht operativ (konservativ) den Penis vergrößern zu lassen. Dabei unterscheidet man Eingriffe, die den Umfang beeinflussen, und jene, mit denen der Penis verlängert werden soll.
Falls man sich für eine Operation entscheidet, sollte man wissen, dass diese mit Komplikationen behaftet sein kann. Bei einer Umfangsvermehrung werden beispielsweise Silikoninjektionen, Hyaluronsäure oder Eigenfett verwendet. Bei solchen Eingriffen kann es zu Vernarbungen kommen, die sowohl zu einer Deformation des Penis führen können als auch zu einer Reduktion des Penisvolumens. Das injizierte Material kann sich verschieben und zu sexuellen Problemen führen, etwa einer verminderten Sensibilität oder einer erektilen Dysfunktion.
PRP-Therapie
Vor allem in den USA gibt es vermehrt Mediziner, die glauben, mit einer Platelet-Rich-Plasma-Therapie (PRP) die Größe des Penis positiv beeinflussen und die erektile Funktion verbessern zu können. Mögliche Erfolge einer solchen Behandlung sind allerdings wissenschaftlich noch nicht bewiesen! Bei einer PRP-Therapie werden Teile, die zuvor aus dem eigenen Blut des Patienten gewonnen wurden, in den Penis injiziert, um eine entsprechende Vergrößerung des Penis zu erzielen. Hier ist aber, wie gesagt, noch Vorsicht geboten. Es bleibt abzuwarten, bis es wissenschaftliche Belege gibt, ob durch eine solche Therapie tatsächlich Verbesserungen eintreten können oder ob hier lediglich Geschäftemacher am Werk sind, die dem Patienten am Ende gar nicht den gewünschten Erfolg bringen.
DIY-Methoden
Es gibt immer wieder Berichte darüber, dass sich Männer selber Material in den Penis injizieren, um eine Vergrößerung des Umfangs zu erreichen. Hierzu werden häufig Silikone oder Flüssigkeiten verwendet. Vor einer solchen Eigenbehandlung ist dringend zu warnen. Meistens erfolgen diese unter nicht sterilen Bedingungen und bergen eine hohe Infektionsgefahr, die im Extremfall sogar eine Penisamputation zur Folge haben kann.
Fettabsaugung
Um eine Penisvergrößerung zu erreichen – zumindest was den optischen Eindruck betrifft – entscheiden sich viele Männer für eine Fettabsaugung. In diesem Fall wird das suprapubische Fett abgesaugt, das sich direkt oberhalb des Penis bei den Schamhaaren befindet. Der Penis selbst wird dadurch nicht vergrößert, aber weil er dann „freier" liegt, wirkt er größer. Diese Methode ist besonders für Männer mit einem Blutpenis interessant, da deren Penis im schlaffen Zustand ohnehin kleiner erscheint.
Welche Nebenwirkungen können bei OPs auftreten?
Bei einer kürzlich durchgeführten Studie zu ästhetisch-chirurgischen Eingriffen im Penisbereich wurden mehrere Komplikationen festgestellt, zu denen es am häufigsten kommen kann. Außer Infektionen sind das die Bildung von Abszessen (das sind Eiteransammlungen im Körper), die Bildung von Knötchen unter der Penishaut, eine Penisschrumpfung, Gangrän (dabei handelt es sich um eine Gewebs-Nekrose, die im Volksmund auch „trockener Brand“, „feuchter Brand“ oder „Wundbrand“ genannt wird) oder im Extremfall eine erektile Dysfunktion (Potenzstörung). Hinzu kommt bei operativen Eingriffen stets die Gefahr, dass Nerven verletzt werden – das wiederum muss noch keine erektile Dysfunktion zur Folge haben. Möglich ist aber, dass der Mann zwar Geschlechtsverkehr haben kann, dabei aber nichts mehr am Penis spürt.
Nicht zuletzt aufgrund dieser vielen möglichen Nebenwirkungen scheuen viele Männer eine Operation. Das belegt ein Trend, der sich momentan grundsätzlich in der ästhetisch-plastischen Chirurgie zeigt. Hier beträgt der Anteil von minimalinvasiven Therapien, also von nicht-chirurgischen Eingriffen, derzeit 44,4 Prozent. Invasive operative Behandlungen werden hingegen deutlich weniger aufgesucht.
