Feigwarzen (Genitalwarzen)
Kurz zusammengefasst
Feigwarzen (Genitalwarzen) sind gutartige Hautwucherungen im Genitalbereich, die durch das Humane Papillomvirus (HPV) verursacht und fast immer beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden. Sie verursachen meist keine Schmerzen, können aber jucken oder leicht bluten. In den meisten Fällen lassen sie sich gut mit Cremes oder operativen Verfahren behandeln. Der beste Schutz ist die HPV-Impfung.
Warzen im Genitalbereich zählen zu den Geschlechtskrankheiten, die am häufigsten auftreten – und die zugleich am häufigsten unterschätzt werden. So glauben viele Betroffene, dass es sich lediglich um einen optischen Makel handeln würde. Doch Warzen müssen vor allem als möglicher Hinweis auf eine sehr viel bösartigere Erkrankung ernst genommen werden. Sie sollten deshalb immer von einem Arzt begutachtet werden - und zwar möglichst schnell. Denn je früher eine mögliche Erkrankung festgestellt wird, desto schneller und erfolgsversprechender kann die anschließend erforderliche Therapie erfolgen.
Der Bereich rund um den Penis beziehungsweise um die Vagina ist nicht nur ein intimer, sondern auch ein sensibler. Er sollte deshalb regelmäßig auf mögliche Veränderungen hin beobachtet werden.
Symptome & Ursachen
Verursachen Feigwarzen Beschwerden?
Feigwarzen verursachen meist keine Schmerzen oder Symptome. Häufig macht sich eine Infektion erst durch kleine Knötchen im Genitalbereich bemerkbar. Sie können jedoch unangenehm jucken, bei Reibung schmerzen oder gelegentlich leicht bluten. Viele Betroffene empfinden sie vor allem als psychische Belastung – als optischen Makel, der das Sexleben und die Lebensqualität einschränken kann.
Wie sehen Feigwarzen aus und wo treten sie auf?
Feigwarzen sind oft zunächst nur so groß wie ein Stecknadelkopf, können aber auf bis zu mehrere Zentimeter anwachsen. Meistens kommen sie nicht alleine daher, sondern in Begleitung weiterer Feigwarzen in unmittelbarer Nähe. Feigwarzen fühlen sich weich an und haben eine rötliche oder auch bräunliche Farbe; auch weißliche Feigwarzen sind möglich.
Bei Männern sind vor allem der Penis und der Hodensack sehr anfällig für Feigwarzen. Bei homosexuellen Männern gilt auch der After als ein mögliches Ansiedlungsgebiet. Frauen sollten speziell ihre Schamlippen und ihre Scheide regelmäßig auf etwaige Warzen überprüfen.
Grundsätzlich gut ausbreiten können sich Feigwarzen speziell in feucht-warmen Körpergebieten, die die meiste Zeit von Kleidung bedeckt sind.
Ursachen
Wie werden Feigwarzen übertragen?
Feigwarzen entstehen durch eine Infektion mit HPV und werden in den meisten Fällen beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Was viele nicht wissen: Da es sich um eine Schmierinfektion handelt, kann bereits ein enger Haut-zu-Haut-Kontakt ausreichen – auch ohne Penetration. Ein Kondom bietet daher keinen hundertprozentigen Schutz, weil es nicht alle betroffenen Hautbereiche abdeckt.
Welche Faktoren begünstigen eine Ansteckung?
Einige Faktoren erhöhen das Risiko, sich mit HPV zu infizieren und in der Folge Feigwarzen zu bekommen:
- Häufig wechselnde Sexpartner
- Geschwächtes Immunsystem durch chronischen Stress, Bewegungsmangel oder Rauchen
- Intimrasur – in den kleinen Hautrissen, die dabei entstehen, finden HPV-Viren ideale Bedingungen zum Eindringen und Ausbreiten
Diagnose
Wie werden Feigwarzen festgestellt?
Feigwarzen sind anhand ihres typischen Erscheinungsbilds meist sofort erkennbar. Bei Unklarheiten wird eine kleine Gewebeprobe entnommen und untersucht. Zusätzlich kann ein HPV-Test durchgeführt werden, um gefährlichere Hochrisikotypen auszuschließen – denn eine HPV-Infektion kann neben harmlosen Feigwarzen in seltenen Fällen auch bösartigere Veränderungen auslösen. Wer Warzen im Genitalbereich bemerkt, sollte zeitnah einen Arzt aufsuchen. Je früher die Diagnose, desto einfacher und erfolgreicher die Behandlung.
Behandlung
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Feigwarzen?
Feigwarzen lassen sich meistens durch das regelmäßige Auftragen einer Creme eindämmen und beseitigen. Nur in seltenen Fällen wird eine operative Entfernung erforderlich – diese kann per Laser, Vereisung (Kryotherapie), Verbrennung (Kauterisierung) oder auch Elektrokoagulation erfolgen. In etwa 30 Prozent der Fälle heilen aufgetretene Feigwarzen von selbst wieder ab.
Solange sichtbare Feigwarzen vorhanden sind, besteht Ansteckungsgefahr. Ein betroffener Partner sollte sich unbedingt ebenfalls auf HPV untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen, damit es nicht zu einer wiederholten gegenseitigen Infektion kommt.
Feigwarzen sind die deutlich harmlosere Folge einer HPV-Infektion, die ansonsten nämlich auch Tumorerkrankungen auslösen kann. Wichtig ist deshalb, abzuklären, ob es durch eine etwaige HPV-Infektion tatsächlich nur zu Feigwarzen gekommen ist.
Nachsorge
Können Feigwarzen nach der Behandlung wiederkehren?
Rückfälle sind häufig und mit keiner Behandlung hundertprozentig vermeidbar. In etwa drei von zehn erfolgreich behandelten Fällen kehren die Warzen zurück. Der Grund: Die Viren schlummern oft noch im umliegenden Gewebe, auch wenn äußerlich nichts mehr zu sehen ist. Eine Nachkontrolle beim Arzt ist deshalb nach jeder Behandlung wichtig. In den meisten Fällen ist nach einer zweiten Behandlung keine dritte mehr notwendig.
Vorbeugung
Wie kann man das Risiko für Genitalwarzen und Ansteckung minimieren?
Das größte Übertragungsrisiko besteht beim ungeschützten Geschlechtsverkehr sowie weiteren ungeschützten Sexpraktiken. Deshalb gilt der grundsätzliche Rat, dass vor allem Menschen mit wechselnden Sexpartnern immer ein Kondom verwenden sollten. Bei manchen Warzen kann aber auch mangelnde Hygiene der Auslöser sein.
- HPV-Impfung: Der beste Schutz vor Feigwarzen beziehungsweise vor einer Infektion mit Humanen Papillomviren ist eine entsprechende HPV-Impfung.
- Kondome und Haut-zu-Haut-Kontakt: Darüber hinaus lässt sich das Risiko einer Ansteckung vor allem durch das Verwenden von Kondomen zumindest minimieren – denn: weil es sich bei der HPV-Infektion um eine Schmierinfektion handelt, kann im Einzelfall bereits ein Haut-zu-Haut-Kontakt ausreichen, um die Viren zu übertragen.
- Hygiene und Textilien: Als nahezu ausgeschlossen gilt eine Übertragung durch Gegenstände. Bei Textilien wiederum sollten zumindest jene Menschen, die wechselnde Sexpartner haben, sehr wohl Vorsicht walten lassen und großen Wert auf Hygiene legen. Sprich: Unterwäsche regelmäßig wechseln und heiß waschen.
- Intimrasur: Die Zahl der Feigwarzen-Fälle ist in den vergangenen Jahren wieder deutlich angestiegen. Eine Vermutung dafür lautet, dass immer mehr Menschen sich für eine Intimrasur entscheiden. In den kleinen Rissen, die dabei oft im Genitalbereich entstehen, können sich Viren sehr gut einnisten und ausbreiten.
- Lebensstil: Eine weitere These hat mit dem zunehmend hektischen und eher ungesunden Alltag vieler Menschen zu tun. Denn alles, was das Immunsystem schwächt, fördert im Gegenzug die Bildung von Warzen – genannt seien hier vor allem Stress sowie Bewegungsmangel. Auch Rauchen wirkt sich negativ aus.
